FORUM 09


ENSEMBLESCHUTZ

Der „Gaber Hof" in Taisten

Das Ensemble rund um die St.-Georgs-Kirche, das Wahrzeichen von Taisten

Die romanisch-gotische St.-Georgs-Kirche ist das Juwel von Taisten und wirbt nicht nur für den sonnigen Pustertaler Ort, sondern auch für die gesamte Gemeinde Welsberg in aller Welt.

In unmittelbarer Nähe der St.-Georgs-Kirche steht auf der Bauparzelle 47 der Katastralgemeinde Taisten der so genannte „Gaber Hof", ein kleiner Einhof, der als Gebäude eine harmonische Einheit mit dem „Lojer Hof", der „St.-Georgs-Kirche", dem „Keilwirt" und dem „Lanzer Hof" bildet. Dies ist eine der wenigen noch intakten Gebäudegruppen in Taisten.

Der „Gaber Hof" ist nach einem mittelalterlichen Besitzer benannt, der „Gawein" hieß. Der Name stammt aus der mittelhochdeutschen Epik (erzählende deutsche Dichtung von 1050 bis 1500).

Der „Gaber Hof" hält sich so bescheiden im Hintergrund, dass er die St.-Georgs-Kirche gelten lässt und trotzdem von ihrer Wichtigkeit profitiert.

Der heutige „Gaber Hof" stammt etwa aus der Zeit von Andreas Hofer. Über Jahrzehnte war er auf den Werbeprospekten von Taisten abgebildet und hat unzählige Gäste angelockt.

Mit dem Ensemble um die St.-Georgs-Kirche ist er zum Symbol für Taisten geworden. Auf solche Tourismusmagnete kann in Zukunft kein Ort verzichten.

Der Gast sucht etwas Typisches, das er sonst auf der Welt nicht findet. Spricht ihn das Bild einmal an und fühlt er sich an Ort und Stelle wohl, dann kommt er immer wieder – von einer geheimen Kraft gezogen – an den Ort zurück.

Taisten hat es seit jeher verstanden, durch gelebte Tradition und den Sinn, Altes zu erhalten, eine einmalige Atmosphäre zu schaffen, die Natur trägt den Sonnenschein bei und die Lage und Struktur des Ortes strömen Ruhe aus. Das sind Faktoren, die besonders in Zukunft für den Tourismus ausschlaggebend sind.

Daher sind nun die politischen Vertreter von Taisten in den verschiedenen Gremien der Gemeinde Welsberg gefordert. Ihnen muss es ein echtes Anliegen sein, „das Herzstück" von Taisten – das Ensemble rund um die weltberühmte St.-Georgs-Kirche – als Gesamtes zu erhalten.

Der Dank der Einheimischen und Gäste ist ihnen heute schon gewiss!

Der Herold – September 2002 – Seite 14


ENSEMBLESCHUTZ

Qualcosa si muove !

Leggendo il numero 6 di Forum ho provato un senso di perdita nel vedere le foto di tanti edifici caratteristici e comunque portatori di una loro dignitosa personalità e architettura, minacciati dalla demolizione, a favore della voglia di innovazione e rottura con il passato che caratterizza il riferimento di tanti architetti e imprenditori brunicensi e altoatesini. Avevo pensato che a poco sarebbe servito l’appello di Forum per il salvataggio di molti di essi. Tra le segnalazioni un edificio in via Dante; arrivato a Brunico, prima di Natale, ho visto i segni del cantiere: "Addio", ho pensato, "un altro pezzo di Brunico che parte". Mia moglie, più attenta mi ha detto: "Guarda, il parapetto del balcone è stato segato e messo da parte, forse il villino viene ristrutturato!" Infatti è così. E’ andata bene e voglio ringraziare la sensibilità di chi, amministratore comunale o proprietario ha preso questa decisione controcorrente: avrà motivo di rallegrarsi, perché una perla torna al suo splendore.

Giorgio Mazzocchi, Roma/Brunico


ENSEMBLESCHUTZ

An die Gemeindeverwaltung von Bruneck

An die Presse

Offener Protestbrief

Baumreihe in St. Georgen unnötigerweise gefällt – Ortsbild stark beeinträchtigt!

Im Ortsteil Gißbach von St. Georgen wurde letzthin eine Reihe von alten hohen Laubbäumen gefällt. Diese Maßnahme hat anscheinend dieGemeindeverwaltung selbst durchgeführt. Hierbei handelt es sich um eine Baumreihe, welche das Erscheinungsbild von Gißbach stark prägte. Umso unverständlicher ist dieses Vorgehen, da keine Notwendigkeit erkennbar ist. Man spricht zwar von einem Gehsteig, welcher jedoch hier völlig unangebracht ist. Oder glaubt man wirklich, durch 100 m neuen Gehsteig irgendwelche Verbesserung der Wohnqualität zu erhalten? Das Gegenteil ist der Fall, denn damit wird man den noch vorhandenen Dorfcharakter stark beeinträchtigen. Die Folge ist auch, dass die Fußgänger auf einen 1,5 m breiten Streifen verbannt werden, so dass die Autos noch schneller fahren können. Es hat sich anscheinend noch nicht bis uns herumgesprochen, dass die Dorf(neben)straßen in erster Linie den Fußgängern und Radfahrern gehören sollen! Offensichtlich hat man noch nicht aus den Fehlern Anderer gelernt. In unseren deutschen Nachbarländern wurden und werden die diesbezüglichen Fehler der 60-70er Jahre teilweise wieder rückgebaut. Dort hat man verstanden, dass man unsere Dörfer nicht nur autogerecht machen darf. Tatsache ist, dass eine Nutzungsmischung verkehrsberuhigend wirkt und die Sicherheit keineswegs verschlechtert wird. Im Grunde könnte man deshalb gar auf den bestehenden Gehsteig im Bereich der Brücke verzichten.

Es bleibt nur die Hoffnung, dass man nicht etwa auch die schöne Gremsenstraße mit Gehsteigen beglücken und damit kaputt machen will, denn dafür müssten wohl auch eine Reihe von Bäumen gefällt werden.

Wir protestieren gegen diese sinnlose Zerstörung des gewachsenen Ortsbildes von Gißbach und fordern die Gemeindeverwaltung auf, große Laubbäume zu pflanzen, um den angerichteten Schaden so schnell wie möglich zu lindern. Auch soll auf einen allfällig geplanten Gehsteig verzichtet und die bestehende Trockenmauer erhalten werden. Für gewünschte Beratungen zur Ortsbildgestaltung stehen wir gerne kostenlos zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Albert Willeit
Obmann Landesverband für Heimatpflege, Bezirk Pustertal

Bruneck, den 11.1.2003


FUNDSACHEN

Das Recht auf Dummheit

Gilt für Plöcken-Tunnel-, Alemagna- und B100-, Pustertalstraßen-Ausbau-Befürworter:

Das Recht auf Dummheit wird von der Verfassung geschützt. Es gehört zur Garantie der freien Persönlichkeitsentfaltung.

(Mark Twain) Tiroler Tageszeitung

23. 01.2003


FUNDSACHEN

"Wie soll eine Gesellschaft

weiterkommen, die nicht mehr in Frage stellt,

nicht mehr verändern will, Risiken scheut? ... Zweifeln, Forschen, Fragen,

das sind alles Dinge, die uns abhanden gekommen sind."

Maxie Wander


GEMEINDEPOLITIK

Müllentsorgung gratis

Offenbar immer mehr Mitbürger/innen entsorgen ihren Hausmüll Kosten sparend indem sie den selben einfach und ungeniert in die Wertstoffbehälter (für Papier, Glas, Metall) werfen bzw. in Plastiksäckchen oder Kartonschachteln neben oder auf diesen Wertstoffbehältern ablegen. Dieser illegal abgelagerte Müll muss, da man ihn natürlich nicht einfach dort liegen lassen kann, von der Gemeindeverwaltung entsorgt werden, und die diesbezüglichen von den „Schlauen" verursachten Kosten gehen aufgrund der Umrechnung und Aufteilung der Gesamtkosten der Müllentsorgung auf die Haushalte zu Lasten der „Dummen", die den Müll regulär entsorgen.

Auf Antrag des Unterfertigten hat der Gemeinderat von Bruneck vor einem halben Jahr die Stadtpolizei damit beauftragt, die illegalen Müllentsorger/innen festzustellen und die vorgesehenen Verwaltungsstrafen zu verhängen. Die Stadtpolizei Bruneck ist jedoch nach wie vor fleißig dabei, speziell morgens vor acht in Percha, Gais, Reischach und neuerdings auch in Olang den Berufspendlern mit der Radarpistole aufzulauern, derweil die illegalen Müllablagerungen der Schlauen z.B. am Goetheparkplatz stetig zunehmen und die Dummen dafür zahlen, bis sie - auch schlau werden.

 Dr. Günther Lang
Gemeinderat und RA


GEMEINDEPOLITIK

Offener Brief

an den Bürgermeister von Bruneck

Christian Tschurtschenthaler

Mit einigem Befremden habe ich im Artikel „ Sorgenkind Hallenbad " in den Dolomiten vom 28/29 Dezember gelesen, dass die Verwaltung von Bruneck am derzeitigen Standort des Hallenbades festhält und dies, obwohl versprochen worden ist, dass zur gegebenen Zeit in der SVP Ratsgruppe eine offene Diskussion darüber erfolgen wird. Die Aussage des Bürgermeisters muss daher von der Presse missverstanden worden sein; ich jedenfalls vertraue dem Versprechen des Bürgermeisters und seinem Bemühe für das Wohl der Allgemeinheit.

Dass 3000m² Grund mit der Verwirklichung des Golfplatzes an das Hallenbad fallen, ist für den Bürgermeister sicherlich kein ausreichender Grund, um am bisherigen Standort des Hallenbades festzuhalten, zumal ein Grundstück in Reischach von diesem Ausmaß mit Sicherheit Gewinn bringend auch einer anderen Nutzung zugeführt werden kann.

Der Bürgermeister wird – darauf vertraue ich – zunächst die Frage klären, welches die Zielgruppen eines neuen Hallenbades sind. Es sind wohl nicht die Gäste der Hotels in Reischach, wo doch jedes Hotel seine eigene Badeanlage hat. Vor zwanzig Jahren war das nicht der Fall, daher war die Wahl des Standortes damals gerechtfertigt. Heute brauchen wir ein Hallenbad für die Kinder, die Jugendlichen, die Schüler, die Senioren, für Gesundheit bewusste Bürger, für Sportler der Gemeinde selbst. Wir brauchen also ein Hallenbad, das für die Bürger leicht erreichbar ist, auch zu Fuß oder mit dem Rad.

Der Bürgermeister wird sich eingehend mit der Frage befassen, wie ein neues Bad bzw. eine vollständige Erneuerung des alten Bades finanziert werden kann. Von der Tourismusbranche ist eine Beteiligung der Kosten wohl nicht zu erwarten, denn sie benötigt ein neues Hallenbad nicht direkt.

Sollte der Landeshauptmann auch Hilfe zugesagt haben, so wird die Belastung für die Bürger von Bruneck doch noch sehr groß sein. Der Bürgermeister wird daher sicherlich verantwortungsbewusst alle Für und Wider offen auf den Tisch legen und den Wunsch der Mehrheit der Bürger ausloten und respektieren. Die Bürger von Bruneck werden nämlich ein neues Bad füllen müssen, wenn auch die Folgekosten gedeckt werden sollen.

Margit Baumgartner Sinner
Gemeinderätin der SVP Fraktion


GEMEINDEPOLITIK

Sonderkommission St. Nimmerlein

  Ein beliebtes politisches Instrument, auch der Brunecker Gemeindeoberen, ihnen unangenehme Anliegen, die den Bürgern jedoch wichtig sind, versanden zu lassen und eine Entscheidung darüber auf den St. Nimmerleinstag zu verschieben, ist die Einsetzung von Sonderkommissionen oder Arbeitsgruppen, welche die Angelegenheit prüfen und Vorschläge dazu ausarbeiten sollen.

So gibt es in Bruneck angeblich seit Jahren eine Arbeitsgruppe, welche die Möglichkeiten für die Herausgabe einer offiziellen Brunecker Gemeindezeitung prüft (St. Lorenzen hat z.B. den „St. Lorenzner Bote" oder Sand in Taufers das „Tauferer Bötl").

Eine weitere Arbeitsgruppe studiert angeblich seit Jahren (seitdem Unterfertigter einen entsprechenden Beschlussantrag im Gemeinderat eingereicht hat), die mögliche Gestaltung und Finanzierung einer illustrierten Broschüre über Sehens- und Wissenswertes aus unseren Partnerstädten in Frankreich, Belgien, Deutschland und Polen, die an alle Brunecker Haushalte verteilt werden sollte.

Die Planung der Ausfahrt aus der Brunecker Südausfahrt nach Reischach wurde von Bürgermeister Tschurtschenthaler und seinen Mitstreitern einer Spezialkommission anvertraut, um St. Nimmerleins Segen für diese Ausfahrt (welche die Brunecker dringend brauchen, die Reischacher Gemeinderäte aber nicht wollen) zu erwirken.

Auch das Anliegen des Ensembleschutzes wurde St. Nimmerlein durch die Bildung einer Kommission ans Herz gelegt.

St. Nimmerlein ist ein wichtiger Heiliger, den unsere Gemeindepolitiker durch Bildung von St. Nimmerleinskommissionen oft anrufen.

Dr. Günther Lang, Gemeinderat und RA


GESCHICHTE

Zum Abriss des Hotel Post

Ich hoffe, dass sich Herr Dr. von Grebmer besinnt, die Erinnerungstafel zu erhalten, die uns Brunecker stolz an den Besuch unserer Stadt durch Seine Majestät dem Kaiser Franz Joseph erinnert, zu erhalten und auf das neue Gebäude wieder anzubringen. Es wäre sehr schade für die kommenden Generationen, wenn diese Erinnerung, die uns mit Stolz erfüllen sollte, für immer verloren ginge.

Mirko Costa


GESELLSCHAFT

Betreiben Sie auch Wintersport?

„Selbstverständlich", werden Sie antworten, „was denn sonst?" Sie haben recht, schließlich sind die Skihalter auf dem Autodach zu einem Statussymbol geworden, und wer das Wochenende nicht auf den Skiern oder auf dem Snowboard verbringt, ist ein gesellschaftlicher Außenseiter. Und wer will sich das schon nachsagen lassen? Ich nicht! Ich bin es nämlich leid, auf die Frage „Betreiben Sie auch Wintersport?" nur schamhaft errötend ein klägliches „Leider, nein" antworten zu müssen. Doch vor den Preis haben die Götter den Schweiß gesetzt, leider! Auf geht’s, nur keine Müdigkeit vorgeschürzt! Auf der Suche nach der einzig wahren Sieger-Herminator-Skimarke und dem dazugehörigen sportlichen Outfit wurde ich auf meinem Einkaufsmarathon durch diverse Sportgeschäfte

endlich fündig. Bewaffnet mit einer Skiausrüstung der gehobenen Preisklasse – wenn schon, denn schon – sowie einem knallig bunten schnittigen Snowboard, das ich lässig unter dem Arm trug und von dem ich nur wusste, wie man es schreibt, stakste ich in den neuen Skistiefeln – schließlich muss ich sie ja vorher erst „eingehen" – in dem typischen krummbeinigen Skifahrergang, der eher an die ersten Gehversuche der Kleinkinder erinnert, dem erlösenden Autoparkplatz entgegen.

Uff! Das wäre geschafft!

Leicht lädiert zu Hause angekommen -, im Auto flogen mir die Skier und das Snowboard um die Ohren, die Skistiefel drückten erbärmlich - dachte ich über die beste Art der Vorbereitung auf mein geplantes Pistenabenteuer nach: Trockentraining im Skiclub oder daheim auf der Matte, Skikurs, ja oder nein oder einfach Augen zu und durch bzw. hinunter (die Piste nämlich)? Nun, ich entschloss mich schließlich für das letztere: mir einfach am nächsten Wochenende die Bretteln unterzuschnallen, auch auf das Risiko hin, so oft hinzufallen, bis ich endlich begriffen habe, worauf es eigentlich ankommt, nämlich der natürlichen Neigung des Menschen zum Fallen durch entsprechende Körperbewegungen energisch entgegenzusteuern. Schließlich will ich auch endlich ebenso elegant die Pisten hinunterwedeln, -carven oder –surfen wie die Oberhubers von nebenan.

Gedacht, getan! Die Pisten rufen, die Lifte quietschen! Im zünftigen pinkfarbenen Skidress, damit mich die Bergwacht schneller findet, hänge ich mich todesmutig in den Schlepplift. Nachdem der wegen mir dreimal halten muss, erreiche ich endlich mit zittrigen Knien den Idiotenhügel. Ich stürze mich gleich voll Elan den Hügel hinunter. Ich verbringe bereits nach einigen Fahrsekunden akrobatischer Einlagen, die zur Erheiterung der anderen Skifahrer beitragen, den Kopf nach unten, die Beine samt Skiern nach oben gestreckt, in zwei Meter Neuschnee einige bange Minuten. Doch ein Pistenwart, so ein richtiger braungebrannter Naturbursche, befreit mich aus meiner misslichen Lage, ich schnappe erleichtert nach Luft. Nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel" verlangt die restliche Strecke meinen ganzen sportlichen Ehrgeiz. Mit beschlagener Brille, das Hinterteil mit reichlich Schnee bepflastert, die Zähne zusammengebissen, die zitternden Knie eingeknickt, als hätte ich einen Magenkrampf, wanke und rutsche ich über die Piste. In jeder Hand schwenke ich wild meinen Skistock, damit mir ja kein anderer Skifahrer in die Quere kommt. Denn ich brauche Platz, viel Platz, damit ich nicht wieder in einer mannshohen Schneewehe lande, kopfüber und hilflos strampelnd wie ein Käfer. Hinter mir höre ich die kurzen Befehle eines Skilehrers an seine Schüler, aber was er mit „Tal- und Bergski" meint, ist mir völlig schleierhaft. Das einzige, das ich kenne, ist „Schuss"!

Einige Meter vor mit sehe ich etliche Anfänger, den Skilehrer hilflos lächelnd umklammernd, die Abfahrt bewältigen. Sie sind natürlich, wie könnte es auch anders sein, weiblichen Geschlechts. Schließlich beginnt die Geschichte der Menschheit mit dem Fall der Eva.

Endlich bin ich unten. Mit leicht ramponiertem Nervenkostüm, semmelweichen Knien und einem etwas verkrampftem Lächeln lasse ich mich auf der Bank vor der Schneebar fallen. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Ob ich es heuer wohl noch so weit bringe wie die Oberhubers von nebenan? Aber eines ist sicher, das nächste Mal fahre ich Snowboard!

Brigitte Comploj


GESUNDHEIT

Psychosomatik - Ambulanz in Bruneck eröffnet

„Seit Jahren habe ich Rückenschmerzen, aber die Ärzte finden nichts." „Immer wieder leide ich unter Kopfdruck, Kribbeln in den Fingern und Zehen, Blähungen und Durchfall. Dauernd ist in meinem Körper etwas los, vor allem, wenn ich unter Stress stehe." „Mein Arzt hat mir gesagt, meine Bauchschmerzen haben seelische Ursachen. Ich bin doch nicht verrückt!"

Solche und ähnliche Äußerungen sind typisch für das häufigste Beschwerdebild, das Menschen zum Arzt führt: psychosomatische Störungen. Man meint damit, dass der Körper auf seelische oder soziale Belastungen reagiert und Beschwerden entwickelt, die wie körperliche Krankheiten wirken. Wenn die Organe des Körpers aber untersucht werden, ist alles unauffällig. Manchmal bilden sich die Störungen daraufhin zurück. Oft aber leiden Betroffene viele Jahre lang an unklaren Schmerzen, Schwächezuständen oder Funktionsstörungen. Sie laufen von Arzt zu Arzt, reihen Untersuchung an Untersuchung, und sind immer enttäuschter, weil sich keine ausreichende körperliche Erklärung ihres Leidens anbietet. Davon, das die Hauptursache seelischer Stress sein könnte, wollen sie meist nichts wissen. Wenn Ärzte darüber mit ihnen reden wollen, reagieren sie leicht beleidigt: „Der nimmt mich nicht ernst. Er glaubt, ich bilde mir alles nur ein."

So dauert es in der Regel sehr lange, bis Betroffene bereit sind, auf die Körpersprache ihrer verletzten Seele zu hören. Zweifelnd und widerwillig gehen sie zu Psychotherapeuten, die alle Mühe haben, vorsichtig mit ihnen den Zusammenhang zwischen Körper und Seele zu erarbeiten. Wenn dies gelingt, besteht oft Aussicht auf Besserung oder Heilung. Betroffene lernen das kennen, was sie eigentlich bedrückt, und bewältigen es besser. Der Hilfeschrei über den Körper erübrigt sich.

Auch Entspannungsübungen, Sport, antidepressive oder entspannende Medikamente, Massagen oder pflanzliche Arzneien können dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern.

Die psychosomatischen oder „somatoformen" Störungen, wie sie in der Fachsprache heißen, sind das dritthäufigste seelische Leiden weltweit (nach Angststörungen und Depressionen). Im Laufe eines Jahres erkranken 10 Prozent der Bevölkerung daran. Spezielle Anlaufstellen für Menschen mit psychosomatischen Störungen sind in ganz Südtirol rar.

Aus dieser Not heraus hat der Psychiatrische Dienst Bruneck beschlossen, eine Psychosomatische Ambulanz einzurichten. Fr. Dr. Annemarie Tasser und Fr. Dr. Renate Hofer stehen dieser Spezialambulanz vor. Beide sind Psychiaterinnen und Psychotherapeutinnen, die an der Psychosomatik Innsbruck wertvolle Vorerfahrungen sammeln konnten und den geeigneten Umgang mit schwierigen psychosomatischen Leidenssituationen kennen. In ihr Tätigkeitsfeld fällt teilweise auch die Betreuung von Menschen mit Essstörungen und seelisch bedingten Schlafstörungen.

Nach einer erfolgreichen zweimonatigen Versuchsphase ist die neue Ambulanz am 1. Februar eröffnet worden. Mit der Psychosomatischen Abteilung Innsbruck und den süddeutschen psychosomatischen Kliniken besteht eine enge Zusammenarbeit. Zum Psychotherapiezentrum Bad Bachgart, das in Rodeneck ab Februar auch psychosomatisch erkrankte Menschen beherbergen wird, entstehen ebenfalls beste Verbindungen.

Die psychosomatische Ambulanz hat am Zentrum Psychischer Gesundheit Bruneck, Spitalstrasse 4, Tel 0474/586340 oder 586342, ihren Sitz. Das Zentrum ist durchgehend von Montag bis Freitag, von 8 bis 20 Uhr, geöffnet. Zuweisungen sind über die behandelnden Ärzte möglich. Betroffene können sich aber auch unmittelbar an die Psychosomatische Ambulanz wenden.

Roger Pycha

Bildbeschriftung: Eröffnung der Psychosomatik-Ambulanz Bruneck: Fr. Dr. Renate Hofer, Fr. Dr. Annemarie Tasser, Prim. Dr. Roger Pycha


KULTUR

-logisch?

Die Plakataktion der Gemeinde, bzw. der Umweltbetriebe von Bruneck plakatieren: „Bergweihnacht-Weihnachtsmarkt" sowie „öko-logisch".

Dafür wurden die Plakate der Ausstellungen im Ragenhaus und im Museum abgerissen, vermutlich in der Annahme, dass diese wohl nicht zum kulturellen Bergweihnachtsmarketing passen?

Dafür hatten wir Unmengen von Auspuffgasen, Gestank von der Mülldeponie (nun schon seit Jahren!) und Stromverschwendung durch übertriebene Beleuchtung ( Freunde fragten nach dem Lunapark!).

Die dunkle Nacht der stillen Bergweihnacht war uns jedenfalls nicht gegönnt.

Von Reischach aus fingerte zudem ein Scheinwerfer in den Himmel. Muss das wirklich alles sein!?

Jedenfalls bei den nächsten Plakataktionen bitte nicht vergessen, auf kulturelle Angebote der Brunecker ebenfalls hinzuweisen, z.B. auf das Weihnachtsoratorium von J. S. Bach durch das Collegium Bruneck und viele weitere Veranstaltungen!

Und wenn öko, dann öko-logisch!

Danke:

Heinz Zelger


LITERATUR

Alles Gute zum Neuen Jahr und mögen sich Deine Wünsche erfüllen.

Ein Wünschegutschein für die Familie bitte!

Und noch einen Kugelschreiber dazu, als Werbeträger.

Vielleicht noch ein T- Shirt? Sie sind ja ein Glückspilz, dass sie gerade mich getroffen haben.

Ich bin Ihr Scherbengeist. Sie müssen nur zwei Meter tief graben, eine antike Scherbe zutage fördern, an ihr reiben und ich erscheine. Da mich aber niemand findet, erscheine ich bei Ihnen von alleine. Erschrecken sie nicht, wenn ich ein wenig nach Magister ausschaue. Die Uni verändert Dein Aussehen, Dein Auftreten. Doch dürfen sie mich als Indiana Jones ansprechen. Auch Geister haben schließlich eitle Wünsche. Das haben sie nicht gewusst? Gut, nun wissen sie es. Oh, ich habe viele Wünsche. Aber ich kann nur anderen Wünsche erfüllen, mir selbst nicht.

Also! Kann ich Ihnen einen Wunsch erfüllen, den ich mir selbst nicht erfüllen kann? Sagen sie schon. Wie bitte? Ich klinge frustriert. Nein, das täuscht. Wünsche Sie sich endlich etwas. Unter Druck können sie sich nichts wünschen. Ich löse Ihren Druck und schlage Ihnen auf die Blase... Sie haben sich in die Hose gemacht? Gut, jetzt sind sie locker und frei in Ihren Gedanken. Sie machen es einem aber auch leicht. Warum schauen sie mich so böse an? Ich habe Ihnen vorgegriffen, obwohl sie noch keinen Wunsch formuliert hatten. OK, ich werde warten! Das dauert aber! Endlich, sie wollen über dem Boden schweben. Nicht zu nieder und nicht zu hoch? Sie beleidigen mich. Ich bin ein Geist und kein Sklavenmännchen im Dienstleistungsbereich. Sie bestehen darauf. Gut, ich halte sie hoch. Sie wollen nicht gehalten werden! Sie wollen frei schweben. Wollen sie mich ärgern. Da kriegen sie einen Arschtritt für freies Schweben! Es reicht. Zu Weihnachten und Silvester sind meinen Nerven ein wenig dünn. Da kann ich schon mal handgreiflich werden. Ich gehe. Erfüllen sie sich Ihre Wünsche doch selbst.  

Das mit dem Guten Geist möge man vergessen. Die guten Wünsche bleiben aber erhalten und mögen sich erfüllen.

Grüße

Friedl Pircher
Reischach


LITERATUR

Brunecker spaziergänge 08

Wie lange doch, sagt er, sei er nicht mehr barfuß durch die stadt. Eine halbe ewigkeit wohl: wenn sein leben denn die maßeinheit für 1 ewigkeit wär. – Aber da sperren ihm die wolken schon den himmel aus, tut sich der wolkenvorhang zu; und er weiß nicht, ist er auf der bühne oder im zuschauerraum. Weil eine erzählung, denkt er, sei sein leben allemal; warum also nicht auch ein theaterstück? Doch ist er nun drinnen im stück .. oder versperrn ihm die wolken den älpischen blick? So kraus standen ihm im kopfe die gedanken zu berg. Ach erst, als er schuhe & socken aus, als er socken & schuhe auf eine rienzbrücke gehängt (für einen, der barfuß gekommen wär): Jetzt erst lichtete sich langsam der gedankenwald. Und er kam, zugigen schritts, voran in die stadt: Die fassaden flogen händeringend an den augenwinkeln vorbei.

Später, an seinem stammtisch, im gewölbten café roth, nach dem üblichen cappuccino las er im kaffeesatz. Wo die brunecker herkommen, las er da, und wo sie denn hinkämen, wenn sie überhaupt; und was der sinn brunecks sei, darüber suchte er drin. Aber als er ausgelesen hatte, stand ihm schon der sangiovese quer. So fragte er den wirt: Ob er nicht in der schwärze seiner fußsohlen das warum brunecks fänd’, in der er sich im augenblick doch so geborgen wüßt’. Da rauschte draußen der verkehr klein & geduckt vorbei. Und daran sei nicht zu denken, sagt’ ihm der wirt, weil was ein apostroph ersetze, drüber sinniere er nicht. Also sinnierte man lang noch gemeinsam hin & her: Etwa wie die welt hinter den bergen abseits des urlaubs sei; oder daß doch alles außerhalb nichts wär als ein negligé. Und so kam er nie von dannen, bis er dennoch bezahlt; da sind ihm die füße wieder warm wie ein herz.

Anderntags dann wäscht er sich von den füßen die straßen brunecks ab: Unterirdisch fließen die in seine stadt zurück; wie man weiß, werden sie wie überall in einer kläranlage geklärt. Womit aber, denkt er (so allein nun im bad), nichts und keine frage geklärt gewesen wär. Daß er gestern barfuß, ja; daß er wieder in socken & schuhn –; aber schon im flur tauchen wieder dunkelnd die apostrophe auf. Wer daraus noch schlau würde, dem: Wahrlich dem, denkt er, schenke er den kapuzinerplatz. Samt dem kapuziner-waschtl, denkt er, dem hintermayr karl: diesem glühenden faschisten, den die geschichte so vollkommen ausgelöscht hat, wie es nicht einmal stalin mit trotzkij vermocht. Und doch stehe der „pfrischtra korl", von dem ja niemand mehr weiß, trotz aller sprengungen noch da, auch ohne unterleib. Ach der hintermayr karl, dieser vergessenste, denkt er, dieser bekannteste knecht! Daß der, denkt er, dann in abessinien umgekommen ist, nachdem er während eines heimaturlaubs so stramm modell gestanden sei. Aber noch schaue er stolz und auch etwas traurig ins tal hinein: in dem er geboren ist, in dem er von lichtmeß bis lichtmeß geschuftet hat; noch halte er hoch erhobenen kopfs jedem wind & wetter und vogeldreck stand.

josef oberhollenzer
310103


LITERATUR

Südausfahrt: Arme Reischacher!

Viel wertvoller Kulturgrund musste von den bedauernswerten und übertölpelten Reischachern geopfert werden, um dem Willen der arroganten Brunecker zu entsprechen.

Damit hat man diesem Dorf jede Entwicklungsmöglichkeit genommen.

Parkplätze für den Kronplatz wurden in die schattigsten Felder gebaut, ein Sumpf musste für die Brunecker Sportzone herhalten, viele Reischacher fristen seither das Schicksal von Hoteliers oder Zimmervermietern, und jetzt droht sogar die Brunecker Südumfahrung an abgelegener Stelle, wo der Kronplatzverkehr doch sinnigerweise, aus ausgleichender Gerechtigkeit und für immer durch das von allem Übel verschonte Bruneck rauschen sollte.

Die Verschlagenheit der Stadtler kennt offenbar keine Grenzen: Jetzt kursieren doch tatsächlich Vorschläge, die Zone „Kupferkanne" mittels Unterflurtrasse zwischen der Umfahrung und dem Bereich „Sandgrube"- „Im Gelände" zu umfahren!

Beinahe hätte man den Reischachern auch noch das Brunecker Freibad aufgedrängt!

Die Serie dieser Fehlentscheidungen muss endlich unterbrochen werden! Man sollte den Reischachern zwecks Verkehrsvermeidung wenigstens das „angedachte" neue Hallenbad ersparen! Die Brunecker haben es gefälligst in ihrer Fraktion zu bauen!

Im Übrigen ist es nur gut, dass die Brunecker "ihre Schulzone", "ihre" Gewerbegebiete, "ihre" Erweiterungszone für den Wohnbau, "ihr" Altersheim, "ihr" Krankenhaus, „ihre" Mülldeponie, "ihr" Fernheizwerk, usw., alles Einrichtungen, die die Reischacher anscheinend NICHT brauchen und nicht nutzen, auf "ihrem" Grund und Boden errichtet haben.

Zudem finden sich nach wie vor Reischacher Mitbürger, die trotz aller Offensichtlichkeit und klarster Aussagen „gute, stichhaltige und nachvollziehbare" Argumente für die Notwendigkeit der Südausfahrt als Stichstraße nach Bruneck und als Zubringer zum Kronplatz vermissen!

Es lebe die kleinkarierte Kirchturmpolitik und die Demagogie!

Walter Boaretto und Walter Harpf
Bruneck, am 07.09.02


PRESSESCHAU

Pressestimmen und die PPP- Reaktion

Naivität

ff 2/03 zu verschiedenen Verkehrsthemen

Nun hab ich die neue ff in der Hand, Schwerpunkt Verkehr? Seite 3: 2 Leserbriefe gegen Straßenbau Seite 24: Leidiges Thema MeBo-Ausfahrt Seite 25: Gegen Ausbau der Pustertaler Straße Alles gut und recht; der Verkehr ist nun einmal eines der größten Probleme in Südtirol. Störend ist allerdings die Naivität (oder Scheinheiligkeit?), mit der das Thema besonders von Gruppen wie dem PPP angegangen wird. Es bringt nichts, mit Sätzen wie "zusätzliche Straßen bringen mehr Verkehr" um sich zu schlagen, man muss hier einfach realistischer sein, denn es geht nicht um Autobahnen! Es geht um Straßen, es geht um Lebensqualität! Wieso braucht man von -Lienz nach Sillian auf einer normal ausgebauten Straße (keine Autobahn) knapp 20 Minuten, von Sillian bis Bruneck eine frustrierende Stunde hinter einem stinkenden LKW? Wie ist es möglich, dass man von der Inntal-Autobahn bei Kufstein bis Nauders ohne Hektik fahren, von Nauders bis Schluderns aber auf die armen Hascher schauen kann, die in den durchzogenen Ortschaften im Verkehr ersticken müssen? Wie ist es möglich, dass (Zitat ff!) Obstwiesen im Burgrafenamt besser vor dem Verkehr geschützt sind als Wohngebiete? Wieso staut es sich zwischen Meran und Naturns oft so stark, dass es schon vom Ö3-Verkehrsfunk öfter gemeldet wurde? PKWs sind nun mal vorhanden und stören! Ist es deshalb sinnvoll, sie durch Ortschaften stauen zu lassen? Wer glaubt, so den Verkehr zu bremsen, ist leider ein Träumer. Realität ist, dass es eine gut geplante und durchdachte Straße durch den Vinschgau und durch das Pustertal braucht. Das ist nun mal so. Alles andere ist Augenwischerei und wird dazu führen, dass wir in 10 Jahren trotzdem beide Straßen haben werden, nur halt stückweise gebaut und schlecht geplant.

Werner Boninsegna, Meran


PRESSESCHAU

Naivität

ff 3/03, Leserbrief zur Transitdiskussion

Nachdem im Pustertal und vermutlich auch im -Vinschgau jeder verstanden haben dürfte, was wir uns mit den Märchen von noch mehr ordentlichen Straßen einhandeln könnten, scheinen die so genannten Realisten das letzte Pulver zum Einsatz zu bringen: demokratieverachtende Machenschaften und schlichte Gemüter an die Front! Im Pustertal gibt man sich mittels schleierhafter Kriterien und unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine neue Bezirks- Verkehrskommission mit garantierter Salamitaktik- Neutrassierungsmehrheit, um im letzten Abdruck ein vorgeblich legitimiertes Gegengewicht zur PPP und anderen Träumern ins Feld zu schicken. Landesweit könnten wir uns zunehmend Weisheiten gegenübersehen, wie: "es ist halt mal so!" - "es geht um Straßen, es geht um Lebensqualität!" - "schnellere Straßen = höhere Umweltqualität" - "wir leben nicht mehr in Mittelalter!" - "destruktive Elemente, Naive, Scheinheilige, Zugspieler!", usw. Hohe Landespolitiker, Vertreter nicht direkt betroffener Seitentäler und natürlich unsere Bau- Wirtschaftslobbyisten beten diese Sprüche schon längst und weiterhin vor!

Walter Harpf, Bruneck

Naivität

ff 3/03, Leserbrief zur Transitdiskussion

Herr Boninsegna stellt wie die meisten Straßenapostel hierzulande ja auf den ersten Blick recht vernünftige Überlegungen an: "Ja, wenn der Verkehr nun mal da ist, muss man ihm halt auch Straßen bauen." Ich hab auch schon Aussagen gehört wie "eine neue Straße an sich würde ja nicht so stören, man müsste nur schauen, dass nicht zu viel Verkehr darauf ist". Nur: Der Verkehr ist nicht etwas, das wie das schlechte Wetter über uns hereinbricht, sondern der Verkehr wird gemacht. Beispiel Pustertal: Die Statistiken belegen, dass allein das sich "Umfahrung" nennende Machwerk von Mühlbach zu einer starken Zunahme des Verkehrs im Unterpustertal geführt hat (1990-2000 an der Zählstelle Mühlbach +59 %, bei St. Lorenzen "nur" +26 %) und damit erst zu der Situation geführt hat, dass jetzt allerhand "vernünftige" Leute nach einer "anständigen" Straße rufen. Im genannten Fall wäre eine Umfahrung, die das Dorf entlastet und nicht gleichzeitig einen ganzen Landstrich verwüstet, um ein Drittel der Kosten möglich gewesen. Keine der angesprochenen Verkehrsinitiativen hat sich je dagegen gewehrt, dass Ortschaften und Wohngebiete vom Verkehr entlastet werden. Wir lassen uns nur nicht gern Schnellstraßen als Umweltmaßnahmen verkaufen. Und wir setzen auf das einzige Verkehrsmittel, das genügend Kapazitäten bereitstellen kann, um die Mobilität im Land auch in Zukunft sicher zu stellen: die Bahn. Dafür haben wir klare Vorstellungen und Konzepte. Die man natürlich schlecht verstehen kann, wenn man gewohnt ist, die Welt als das zu definieren, was man durch die Windschutzscheibe sieht.

Hanspeter Niederkofler, Bruneck

Naivität

ff 3/03, Leserbrief zur Transitdiskussion

Es sei Herrn Boninsegna (Leserbrief in ff 3/2003) verziehen, dass er die PPP-Positionierung pauschal abqualifiziert, ohne sich wirklich damit auseinander gesetzt zu haben. Inhaltlich darf klargestellt werden: 1) Die PPP befürwortet im Interesse der Bevölkerung Verbesserungen am bestehenden Straßennetz ebenso wie Umfahrungen von Ortskernen, lehnt jedoch überproportionierte Ortsumfahrungen, die de facto einer Neutrassierung gleichkommen und das Entstehen neuer Transitschneisen begünstigen, entschieden ab. 2) Die PPP schlägt sich für ein Gesamtmobilitätskonzept, d.h. in sämtlichen Verkehrsplanungen muss den öffentlichen Verkehrsmitteln zumindest dieselbe Bedeutung beigemessen werden wie dem Straßenbau. Dass diesbezüglich Aufholbedarf besteht, dürfte sich herumgesprochen haben und allgemein akzeptiert sein.

Wolfgang Strobl
Toblach, PPP (Plattform pro Pustertal)

Naivität

ff 3/03, Leserbrief zur Transitdiskussion

Zeitgleich mit verschiedenen Veröffentlichungen zu den gesundheitsschädigenden Auswirkungen des überbordenden Verkehrs in vielen Medien und zeitgleich mit den Aufrufen der Umweltagentur, auf das Privatauto wegen der andauernden Überschreitung der Warngrenze für Feinstaubbelastung zu verzichten, zieht ein Leserbriefschreiber (Werner Boninsegna - s. ff 16. 01. 2003) mit beschämend unqualifizierten Vorstellungen zum Thema Verkehr über die PPP (Plattform für das Pustertal) her: Weil "PKWs nun mal vorhanden sind", müssen bessere Straßen her! Zynismus oder Unverstand? Die landesweite Verkehrsproblematik kann eben nicht nur durch weiteres Asphaltieren und Betonieren bewältigt werden. Selbst im Landestransportplan, der zurzeit in den Gemeinden zur Begutachtung aufliegt, wird auf die negativen Auswirkungen des überzogenen Straßenbaus hingewiesen. Die PPP bemüht sich - so wie übrigens viele Einzelpersonen, Vereine und Verbände im Pustertal auch - umfassendere Konzepte zur Mobilität zu erarbeiten. Dazu gehören Varianten und Vorschläge zum Bau von Ortsumfahrungen und zur Potenzierung des öffentlichen Beförderungssystems, in erster Linie der Bahn. Und diese Bemühungen zielen auf eine Aufwertung der Lebensqualität ab. Verständlich, dass Autofahrer diese "Naivität" "stört" - "scheinheilig" ist aber, wer eine Schnellstraße als Umweltschutzmaßnahme verkaufen will. Weniger oft mit dem Privatauto durch die Täler zu stinken, wäre übrigens ein besserer Beitrag gewesen.

Hans Guggenberger
Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz Pustertal


UMWELT

Val Jumela 

ritengo che questa iniziativa possa contribuire a fare pressione affinché la Val Jumela non venga aggredita da interessi economici, se non l'hai già fatto, FIRMA anche tu  l'adesione alla campagna per la salvezza della Val Jumela sul sito attivo da pochi giorni 

http://www.jumeladasalvare.org/ 

se non conosci ancora la Jumela, leggi l'articolo allegato diffondi questo messaggio, dobbiamo raggiungere le 10.000 firme entro fine gennaio grazie

Marco Agnoli
Brunico


UMWELT

An die Landesregierung

An das Amt für Naturparke

An die Presse

Negative Stellungnahme zum Bau des Almweges zu den Kofleralmen im Naturpark Rieserferner-Ahrn in Rein - Gemeinde Sand in Taufers

Das Projekt sieht einen ca. 4.600 m langen Erschließungsweg vor, welcher als Lkw-Weg (3,5 m Kronenbreite) ausgebaut werden soll und der von 1.750 m bis 2.200 m Meereshöhe führt. Dabei ist die Anlegung von 7 Kehren notwendig, was im Waldbereich zu einer relativ dichten Aufschließung der Bestände und zu einer Zerschneidung der vorhandenen Lebensräume führt. Die Wälder, die vom geplanten Weg betroffen sind, sind sehr naturnahe reich strukturierte Lärchen-Zirbenbestände, deren wirtschaftliche Bedeutung nur teilweise gegeben ist, weshalb eine forstwirtschaftliche Nutzung den Wegebau kaum zu rechtfertigen ist. Die gesamte Almzone zeichnet sich durch ihre Ursprünglichkeit aus, ist durchzogen von Gerinnen, Grobblockhalden und in Teilbereichen von felsigen Abschnitten. Dies führt zu reich strukturierten Lebensräumen, welche in ihrer Ungestörtheit ein wichtiges Rückzugsgebiet für viele Tierarten darstellen.

Die Intaktheit und Funktionsfähigkeit der Lebensräume werden durch diesen geplanten Wegebau, sei es während der Bauarbeiten wie auch nachher aufgrund der Folgewirkungen (Verkehr, Intensivierung und Störung), arg in Mitleidenschaft gezogen. Die Veränderungen, der Isolations- und Störungseffekt können daher für Kleintiere und empfindliche Arten weitreichende Folgen haben. Der vom Weg durchschnittene Berghang ist überdies stark exponiert, von mehreren Seiten her einsehbar und besitzt einen landschaftlich hohen Wert. Die technisch schwierigen Teilabschnitte sind nur mit aufwändigen Kunstbauten zu überwinden und sind deshalb auch aus landschaftsästhetischer Sicht abzulehnen.

Es ist zu berücksichtigen, dass das Gebiet im Naturpark Rieserferner-Ahrn liegt und im Sinne der Zielsetzungen des Naturparks letzte nicht erschlossene Bereiche als Ruhegebiete zu erhalten sind, speziell wenn es sich um Gebiete wie den Bereich Kofleralmen handelt, die in einer einzigartigen Landschaft mit Panoramablick auf die Gletscherwelt der Rieserfernergruppe liegen.

Nachdem es im Naturpark Rieserferner-Ahrn nur mehr wenige solcher unerschlossener Paradegebiete in landschaftlicher, naturräumlicher und kultureller Hinsicht gibt, soll versucht werden, diese in ihrer Einzigartigkeit zu erhalten. In diesem Sinne ist die Erschließung der Kofleralmen auch als Präzedenzfall zu werten, der weitere ebenso bedenkliche und mit großen Beeinträchtigungen verbundene Wegerschließungen nach sich ziehen könnte.

Wir unterstützen das Amt für Naturparke, welches sich für die Erhaltung des Gebietes in seiner Intaktheit, Ungestörtheit und Ursprünglichkeit ausspricht und eine Aufwertung der Almen befürwortet, welche den naturnahen Tourismus fördert und der Almwirtschaft eine zusätzliche nicht unwesentliche Einkommensquelle über das Angebot von lokalen qualitätsvollen Produkten ermöglicht. Dadurch kann das Kultur- und Naturerbe dieser Region in seiner ursprünglichen Form als nachhaltiges Erlebnis vermittelt werden.

Die forstwirtschaftliche Nutzung soll, wo diese sinnvoll erscheint, mittels Seilkran von den bestehenden Erschließungswegen aus gemacht werden. Die Aufrechterhaltung der traditionellen Almwirtschaft könnte im Naturpark gerade in solchen Ausnahmegebieten bezüglich Naturbelassenheit und naturnahes Wirtschaften durch spezielle Förderungen für unerschlossene Almen unterstützt werden (z.B. Erhöhung der Alpungsprämie, Förderung der notwendigen Materialtransporte durch den Hubschrauber).

Das Amt für Naturparke und die Landschaftsschutzkommission haben das Projekt klar abgelehnt, weil es negative Auswirkungen auf das Natura-2000-Gebiet „Naturpark Rieserferner-Ahrn" hat. Dieser Position schließen auch wir uns an und ersuchen die Mitglieder der Landesregierung, die eigenen Ämter und Fachgremien zu respektieren. Man darf nicht vergessen, dass es sich hierbei um einen weiteren Präzedenzfall handeln könnte, da in diesem Naturpark noch einige weitere sehr schwierige Almerschließungswege konkret in Diskussion sind, denen man dann eine Genehmigung kaum verweigern könnte.

 

Mit freundlichen Grüßen

Albert Willeit
Bezirksobmann, Landesverband für Heimatpflege, Bezirk Pustertal


VERANSTALTUNGSKALENDER

Februar - März

Am

Donnerstag,     13. Februar 2003
wird Herr Federico Steinhaus um 20h im Gilmsaal über Judentum in Südtirol, sprechen;

Mittwoch,        26. Februar 2003
wird Herr Dr. Karl Gruber um 20h im Gilmsaal Dias zum Thema seines neu erschienenen Buches Geheimnisvolles   Südtirol, zeigen;

Samstag,         15. März 2003
findet unsere heurige Fahrt zur Operette in Innsbruck statt. Wir werden dort Hello Dolly sehen. Einschreibungen bei Reisebüro Taferner ab Montag, 10. März.

Carlo Sansone
Präsident des Vereins für Kultur- und Heimatpflege, Bruneck


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9,5 Meter- Richtigstellung

Im FORUM Nr.8 schrieb ich im Beitrag: „Ideenwettbewerb für die Unterpustertaler Straße?" von einer an der Welsberger Umfahrung gemessenen Fahrbahnbreite von 9,5 Metern.

Bei der SVP- Bezirksauschussversammlung am 15. November 2002 in Pfalzen sprach ich ebenfalls davon.

Nach wiederholten und von verschiedenen Personen und auch von mir gemachten Nachmessungen muss richtiggestellt werden, dass die effektive Fahrbahnbreite an der Welsberger Umfahrung die vom Bautenlandesrat angegebenen 7,5 Meter nicht überschreitet. Ich persönlich denke, dass man mit einer Fahrbahnbreite von 7 Meter einverstanden sein kann, da auch die bestehende Straße schon auf weiten Strecken diese Maße hat.

Es sei aber daran erinnert dass „eine durchgehende Verbreiterung auf 7,5 m nicht einmal laut Europastraßen-Normen vorgesehen ist; diese sprechen von 7 m Mindestbreite." (aus der Presseerklärung der PPP)

Ich entschuldige mich jedenfalls für die unrichtige Information bei den FORUM- Lesern und bei all denjenigen, die dadurch in den Verdacht der Unehrlichkeit geraten sein könnten.

An der Gesamtproblematik einer Salamitaktik- Neutrassierung, bzw. an der dadurch drohenden neuen Transitschneise ändert dies allerdings nichts Wesentliches.

Walter Harpf
SVP-Gemeinderat, PPP- Mitglied


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ARGENUP

Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz Pustertal

Litschbach 13, I-39030 Percha / Perca

An den

außerordentlichen Kommissar der Gemeinde Percha

Herrn Karl Pfeifhofer

Engelbergerplatz 1

39030 PERCHA

Betrifft: Anmerkungen zum Landestransportplan

Der von der Landesregierung beschlossene Fachplanentwurf zum Landestransportplan liegt nun für die Öffentlichkeit zur Einsichtnahme auf; die Gemeindeverwaltungen werden demnächst ihr begründetes Gutachten zum Planentwurf abgeben, „wobei sie auf die eingebrachten Bemerkungen und Vorschläge Bedacht nehmen".

Es wird vorausgeschickt, dass Fachpläne die Ziele, die Grundsätze und die Leitlinien des Landesentwicklungs- und Raumordnungsplanes in konkrete Planungen umsetzen; allfällige Planungs- und Erschließungsmaßnahmen sind daher den Leitlinien des LEROP anzupassen.

Im Landestransportplan sind gute Ansätze enthalten, die wir positiv hervorheben möchten:

Die Maßnahmen am Straßennetz sind auf die von der Landesregierung bereits beschlossenen Projekte zu begrenzen.

Es ist ein Maßnahmenpaket zur Steuerung der Mobilitätsnachfrage umzusetzen, wobei jene Verkehrsmittel zu fördern sind, die geringere negative Auswirkungen auf Umwelt und Allgemeinheit haben.

Damit wird ein Ausbaustopp für das Straßennetz – auch für das Pustertal – festgeschrieben und Strategien zur Einbremsung des Verkehrswachstums auf der Straße angeregt bei gleichzeitiger Priorisierung der Schiene bzw. des öffentlichen und des nicht motorisierten Verkehrs.

Weiters enthält der Plan richtige und wichtige Aussagen bezüglich

Verkehrssicherheit: Er empfiehlt zum einen eine generelle Reduzierung der Geschwindigkeit sowie Eingriffe zum Schutz so genannter schwacher Verkehrsteilnehmer (Fußgänger, Busbenützer, Radfahrer), die Sicherung von Gehsteigen und von Fahrradwegen und eine attraktivere Gestaltung von Haltestellen.

Verbesserung der Planungskompetenzen: Wird als dringende Maßnahme festgestellt; eine von der Verwaltung unabhängige Mobilitätsagentur könnte in der Planung, in der Organisation, bei der Finanzierung und bei der Vergabe der Dienste einen Qualitätssprung im öffentlichen Verkehr bewirken.

Der Plan enthält aber auch entscheidende Lücken:

Es fehlt die Liste der Ausbaumaßnahmen am Straßennetz (im Entwurf noch vorhanden – bei der Verabschiedung durch die Landesregierung aber aus dem Plan genommen). Damit behält sich die Landesregierung vor, Straßenausbauten jederzeit in den Plan aufzunehmen. Da aber die Straßeninfrastrukturen ganz wesentlich Einfluss auf die Entwicklung der Verkehrssituation haben, ist ein Verkehrsplan ohne genaue Festlegung der Straßenausbauprojekte kein Plan. Alle Verkehrsprognosen, die im Dokument enthalten sind, beziehen sich auf das ursprünglich angenommene Straßenbauprogramm. Wird dieses erweitert, sind die Prognosen und Modellrechnungen praktisch wertlos.

Für das Pustertal haben Ausbaumaßnahmen besondere Bedeutung – unklare Formulierungen im Landestransportplan, wie „Anpassung der Streckenführungen am Landesstraßennetz" können fatale Folgen haben, lassen solche Formulierungen ja sogar eine Neutrassierung zu. Ein Ausbau der Straße nach dem Muster der bereits verwirklichten Umfahrungen in Mühlbach, Bruneck und Welsberg würde die Pustertaler Straße zu einer Fernverbindungsstraße mit überregionaler Bedeutung machen und eine Zunahme des Transitverkehrs würde nur die logische Folge sein.

Es fehlt weiters eine Liste für ein klar definiertes Ausbauprogramm für das regionale Schienennetz.

Dies vorausgeschickt, ersucht die Argenup die Gemeindeverwaltung, folgende Forderungen in ihr Gutachten aufzunehmen und diese bei der Landesregierung einzufordern:

Die Landesregierung wird aufgefordert, sich an die in der Einleitung im LTP formulierten Zielsetzungen und die daraus entwickelte Grundstrategie (Ausbaustopp für das Straßennetz und umfassende Maßnahmen zur Einbremsung des Verkehrswachstums bei gleichzeitiger Förderung des öffentlichen Personenbeförderungs- und Warentransportsystems) zu halten und sich selbst durch seriöse Planungsdokumente Grenzen zu setzen.

Die Landesregierung muss sich verbindlich auf eine Liste an Baumaßnahmen festlegen, die in ihren Auswirkungen nicht in Widerspruch zum Leitgedanken des gesamten Planungsinstruments stehen.

Die Verabschiedung des Landestransportplanes durch die Landesregierung macht nur Sinn, wenn das Bezugsszenario mit dem vollständigen Maßnahmenkatalog vorliegt.

Zusätzliche Ausbaumaßnahmen am Straßennetz sind innerhalb des Planungszeitraumes (bis 2014) auszuschließen, d.h. im Klartext, dass für das Pustertal nur noch eine kleinräumige Umfahrung von Kiens vertretbar ist; im übrigen genügen kleine lokale Eingriffe zum Lärmschutz und zur Verkehrssicherheit (Overvintl, Gisse).

In die Liste der Infrastrukturmaßnahmen ist ein klar definiertes Ausbauprogramm für das regionale Schienennetz aufzunehmen. Dazu gehören:

Die Verwirklichung der Verbindungsschleife von der Pustertalbahn zur Brennerbahn über das Riggertal und zwar als kurzfristige Maßnahme; zusätzlich sind alle notwendigen Maßnahmen zu treffen, um die Fahrtzeit von Bruneck nach Brixen auf 30 Minuten zu senken.

Die Optimierung des Haltestellenschemas für Regionalzüge mit der Errichtung neuer Haltestellen z.B. in Vahrn, in St. Lorenzen und in Bruneck Ost und bessere Positionierung bestehender Haltestellen (Ehrenburg).

Im regionalen Bahnverkehr ist sofort eine Angebotsausweitung umzusetzen:

durchgehender Stundentakt bis in die Abendstunden mit entsprechender Verdichtung zu den Stoßzeiten;

es ist ein Fahrplankonzept für den gesamten Regionalverkehr auf Schiene und Straße zu erstellen mit optimierten Anschlüssen in den Knotenpunkten;

Parallelverkehre sollten weitest möglich ausgeräumt werden;

Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Verkehrs (komfortablere Haltestellen, behindertengerechte Bauweisen, Beleuchtung, usw.).

Die als E66 klassifizierte Pustertaler Straße ist aus dem AGR (Europäisches Abkommen über europäische Hauptstraßen) zu streichen und wirksame Maßnahmen zu ergreifen, die eine ungebremste Zunahme des Warentransitverkehrs durch das Pustertal verhindern.

Zusammenfassend stellt die Argenup fest, das im LTP gute Ansätze festgeschrieben sind – es fehlen aber wesentliche Dinge, die die Erreichung der Ziele verhindern könnten (Maßnahmenliste im Bezugsszenario, Ausbauprogramm für das Schienennetz, ...)

Die explosive Zunahme des Straßenverkehrs wird kein Ende nehmen, wenn die Verkehrspolitik ausschließlich auf die Förderung des Straßenverkehrs setzt und wenn keine Umkehrung der Prioritäten zugunsten des Schienennetzes erfolgt. Die Berechnungen des Bezugsszenarios im Plan zeigen nämlich klar, dass die vorgesehenen Straßenausbauten eine negative Verkehrsentwicklung erwarten lassen.

Schließlich darf sich die Verkehrspolitik nicht ausschließlich auf den Bau von Infrastrukturen beschränken, sondern muss als umfassende Strategie betrieben werden, die alle Bereiche umfasst, die für die Mobilität von Bedeutung sind.

Mit freundlichen Grüßen:

Hans Guggenberger
Vorsitzender der Argenup
und Hans Peter Niederkofler

Percha, am 14. 01. 2003


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Zugverbindungen Pustertal: Neuer Fahrplan, neue Probleme

Mit dem neuen Fahrplan gibt es im Pustertal einige Verbesserungen, zum Beispiel sind die Taktlücken am Nachmittag großteils geschlossen worden, andererseits gibt es auch deutliche Verschlechterungen.

Die Zuganzahl ist an Werktagen von 12 auf 13 Zugpaare erhöht worden, es bleiben aber wesentliche Angebotslücken bestehen. Es gibt nur noch zwei akzeptable Frühverbindungen vom Pustertal nach Bozen (Innichen ab 5.37 und 6.51), während die dritte (Innichen ab 5.51) mit einer Wartezeit in Franzensfeste von 15 Minuten für den Pendlerverkehr praktisch unbrauchbar ist. Zwischen 6.51 und 10.36 gibt es an Werktagen keine (!) Verbindung von Innichen nach Bozen.

Ebenso gibt es nach wie vor keine Verbindung von Bozen ins Pustertal zwischen 10.31 und 13.31. Von einem tatsächlichen Stundentakt sind wir also nach wie vor weit entfernt. Die Streichung des dritten Zugpaares zwischen Lienz und Innsbruck (das vierte ist schon vor Jahren eingestellt worden) bringt für Osttirol eine untragbare Situation, ist aber auch für die Verbindungen zwischen dem Südtiroler Pustertal und Innsbruck sehr negativ, auch weil keine gleichwertigen Umsteigeverbindungen zur Verfügung stehen.

Unsere Forderungen:

· Die Südtiroler Landesverwaltung muss endlich ihre Zuständigkeiten für den regionalen Bahnverkehr wahrnehmen und einen detaillierten Dienstleistungsvertrag mit Trenitalia abschließen, der als Mindeststandard den durchgehenden Stundentakt mit Regionalzügen von 7 bis 22 Uhr auf allen Südtiroler Strecken vorsieht, mit den notwendigen Verdichtungen zu den Stoßzeiten. Die zweistündige Stillegung der Brennerstrecke am Vormittag, die mit Instandhaltungsarbeiten begründet wird, ist ein Anachronismus, der ehestens aus der Welt zu schaffen ist. Derartige Einschränkungen gibt es auf keiner anderen europäischen Hauptstrecke.

· Für die Direktzüge Innsbruck-Lienz ist ehestens ein neuer Vertrag zwischen den beiden Landesverwaltungen und den beiden Bahngesellschaften abzuschließen, der mindestens vier tägliche Direktverbindungen vorsieht und finanziell so gestaltet ist, dass die Auslastung auf dem gesamten Streckenverlauf ausschlaggebend für die Bewertung der Züge ist. Dazu sind auch die beiden Landestarifsysteme zu integrieren, um auch im grenzüberschreitenden Verkehr zu akzeptablen Tarifen zu kommen. Wir erwarten uns dabei von beiden Seiten das notwendige Entgegenkommen.

Cristina Kury
Bozen, den 16. Dezember 2002


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Antwort an Franz Pirchers Aussagen zum Verkehrsproblem - PZ 24.01.03

Bezirks- Verkehrskommission: Mehrheit für Salamitaktik- Neutrassierer?

 Glauben Franz Pircher & Co wirklich, die Leute weiterhin mit dem Hinweis auf ein Verkehrs-Gesamtkonzept „zu einem späteren Zeitpunkt" vertrösten zu können? Während man in Wirklichkeit nur in Ruhe an einem möglichst teuren und überdimensionierten Straßenprojekt weiterarbeiten möchte; und sei es mit Salamitaktik, wie bisher. Die Behauptung, dass „jeder (PPP!) nur gerne redet aber keine Vorschläge bringt", kann so nicht stehen bleiben. Wer hat denn bisher nichts anderes getan, als eine schlüsselfertige Schnellstraßenstudie- auf wessen Kosten auch immer- in Auftrag zu geben, bei deren Bekanntwerden allerdings dem ganzen Tal die Haare zu Berge standen?! Franz Pircher prahlt damit, „wahnsinnig viel erreicht" zu haben. Gemeint ist wohl der Ideenwettbewerb, der das Thema lediglich bis nach den Wahlen im Herbst retten soll. Dabei ist der eigentliche Skandal ja der, dass man bei parallelem Bahnabbau mit allen überfälligen Straßen- Maßnahmen so lange gewartet hat, bis man glaubte die Leute so weit gebracht zu haben, dass sie nach „ordentlichen Straßen" rufen! Die überwältigende Neuigkeit in Franz Pirchers Stellungnahme ist aber die Aussage, dass er „das Bahnangebot so gut gestalten will, dass die Leute gerne mit dem Zug fahren!" - solche Banalitäten gehörten angesichts der Zustände bei der Bahn eigentlich unter Veröffentlichungsverbot gestellt!

Und übrigens: Wie das? Etwa indem man zuschaut, wie ein Bahnhof und eine Verbindung nach dem/der anderen kaltgestellt werden oder indem man jene, die auf eine verträgliche Mobilität setzten als „Zugspieler" verspottet!? Oder indem man schlicht und ausschließlich auf die Straße und somit auf noch mehr Umweltbelastung und Vergiftung unserer Täler setzt?

Zum „Bremser mit den zwei Gesichtern", Toblachs Bürgermeister Bernhard Mair: Meint Franz Pircher etwa, die Toblacher sollten dafür betraft werden, dass er und seine Freunde alles unternehmen, damit wir eine respektable Gesamtpustertaler Transitschneise kriegen? Soll allein Toblach nicht entlastet werden? Dabei tut der Bürgermeister dort ja das einzig richtige, indem er in Einklang mit den Forderungen aller relevanten Verkehrsplaner eine kurze Unterflurtrassierung/Unterführung fordert! Davon kann man in Niederdorf leider nur träumen. Aber auch in Bruneck fände Franz Pircher ein dankbares Betätigungsfeld, wenn er mithelfen würde, dass man den Nordring ebenfalls Unterflur baut oder dass wir endlich eine Südausfahrt bekommen! Wozu denn in die Ferne schweifen, wenn die Bauaufträge doch so nah?!

Herr Pircher „scheut" angeblich „niemanden, der gute Ideen einbringt". Müssen diese aber unbedingt bis an die 600 Mrd. Lit. kosten und gleich das ganze Tal zerstören?! Wollte man, neben anderen interessierten SVP- Mitgliedern, auch mich gerade aus diesem Grund nicht in der Bezirks-Verkehrskommission, obwohl ich ursprünglich darum gefragt worden war und mehrmals ausdrücklich bat, mich auch vorzuschlagen? Aber vielleicht wollte man sich auch nur einen Haufen Ärger ersparen, der sich aber trotzdem nicht vermeiden lässt!

Wer die mehrheitlich genehmen Mitglieder der neuen Verkehrskommission kennt, weiß, dass hier ein Vorsitzender, „der endlich Maßnahmen umsetzt", zum Durchmarsch blasen möchte.

Würde man stattdessen ernsthaft mit der PPP reden, wäre bald geklärt, was an der Bahn zu tun wäre oder dass jeder Schulbub auch ohne Ideenwettbewerb genau weiß, wo die nötigen kleinen Eingriffe, bzw. Ortsumfahrungen an unserer Straße zu machen sind!

Walter Harpf
SVP-Gemeinderat- Bruneck, PPP- Mitglied
25.01.03


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Brennerbasistunnel

OFFENER BRIEF; Kopie ergeht auch an den österr. Verkehrsminister und diverse Medien

Schwaz, am 22.01.2003

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Dr. Schüssel!

Am 21. Jänner 2003 kam es im Europaparlament zu einer Abstimmung über den "Caveri-Bericht", den manche Medien als schwere Schlappe für Österreich oder als Kniefall vor der Transit-Lobby interpretierten. Am 21. Jänner 2003 gab es aber auch in Österreich selbst ein in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommenes Ereignis, das ich für weitaus bedeutender halte, steht es doch auch in engem Zusammenhang mit dem Transitproblem: Herr Dipl.-Ing. Johann Herdina, technischer Projektkoordinator der "Brenner Basistunnel Europäische Wirtschaftliche Interessensvereinigung" - kurz BBT genannt - sprach in Innsbruck im großen Hörsaal der Baufakultät vor zahlreich erschienenem Auditorium zum Thema "Brennerbasistunnel - Aktueller Stand der Planungen". Mitglieder der BBT sind in Österreich die BEG Brenner Eisenbahn GmbH (50%) und in Italien die FS Ferrovie dello Stato S.p.A. (50%).

Nachdem die Österreichischen Verhandlungen mit der EU zur Verlängerung des Transitvertrages bisher erfolglos verlaufen sind, erlaube ich mir, Ihnen einige mir wesentlich erscheinenden Aussagen der BBT zur Kenntnis zu bringen, und zwar vor allem deshalb, damit sich unsere VerhandlerInnen in Brüssel nicht selbst in eine weitere Schlappe hineinmanövrieren, indem der Brennerbasistunnel mit ins "Spiel" gebracht wird.

Herr Dipl.-Ing. Herdina sagte nämlich klar und deutlich, dass der fertig gestellte Brennerbasistunnel den LKW-Transit durch Tirol nicht auf ein Maß reduzieren könne, das unter dem Niveau von heute liege. Im Klartext heißt das, dass der 56 Kilometer lange Eisenbahntunnel durch den Brenner, dessen Errichtungskosten von der BBT auf ca. 4,5 Milliarden Euro geschätzt werden (in diesem Betrag sind die Kosten für die Zulaufstrecken nicht enthalten!), die derzeit bestehenden Verhältnisse auf der Straße fortschreiben würde. In diesem Zusammenhang war interessant zu hören, dass die BBT davon ausgehe, dass aufgrund des Ausbaues der Häfen in Italien, hinkünftig 20% des gesamten Asienverkehrs über den Alpenhauptkamm laufen werde. Das ist ein wesentlicher Grund für die uns laut BBT ins Haus stehenden exorbitant anwachsenden Güterverkehrsströme.

Im Vortrag wurde auch noch darauf verwiesen, dass die Errichtungskosten von 4,5 Milliarden Euro eventuell überschritten werden könnten, weil der Brennerbasistunnel teilweise durch geologisch schwieriges Gebiet geführt werden müsse. Als Beispiel wurde Mauls in Südtirol genannt. Dort stößt die afrikanische Kontinentalplatte in die europäische hinein. Herr Dipl.-Ing. Herdina verwies dabei darauf, dass er bei öffentlichen Vorträgen gern darauf hinweise, dass aufgrund dieser Fakten die mit 220 km/h dahinbrausenden Reisezüge von Innsbruck aus nach relativ kurzer Fahrzeit sogar Afrika erreichen.

Beim Vortrag wurde auch noch festgehalten, dass sich der Tunnel betriebswirtschaftlich nicht rechnen werde. Daher seien volkswirtschaftliche Aspekte mit einzubeziehen.

So weit einige Fakten, die ich mir nun ein wenig zu kommentieren erlaube: In Tirol haben wir Bahnlinien, auf denen zum Fahrplanwechsel im Dezember 2002 Zugverbindungen gestrichen wurden, weil sie sich betriebswirtschaftlich nicht rechnen. So etwa auf der Strecke von Innsbruck nach Lienz. Niemand spricht hier von einer Berücksichtigung volkswirtschaftlicher Aspekte. In Tirol gibt es weiters eine Bahnstrecke von Innsbruck ins Außerfern, auf der von Jahr zu Jahr mehr Langsamfahrstellen eingerichtet werden, weil der Bund sich weigert, Geld zur Verfügung zu stellen, um diese Bahnstrecke attraktiver zu machen. Denn schließlich rechnet sich die Strecke betriebswirtschaftlich ja nicht. In Innsbruck sollte in naher Zukunft die Straßenbahn ausgebaut werden. Nun ist dieses Projekt gefährdet, weil der Bund die nötigen Finanzmittel nicht locker machen will. Auch in diesem Zusammenhang ist keine Rede von volkswirtschaftlichem Denken. Angesichts dieser Fakten darf mit Recht die Frage gestellt werden, wie Ausgaben in der Höhe von 4,5 Milliarden Euro, die zu einem Teil wohl auch die Österreichischen SteuerzahlerInnen aufbringen werden müssen, zu rechtfertigen sind. Auf der Straße wird sich ja laut BBT beim LKW-Verkehr im Vergleich zu heute nichts ändern. Was sich meiner bescheidenen Einschätzung nach allerdings ändern wird, das ist die Haupteinnahmequelle Tirols: der Tourismus. Diese Quelle wird wohl aufgrund des weiter  bestehenden Transitverkehrs auf der Straße mit dem Versiegen zu kämpfen haben. Oder besteht der zukünftige Tiroltourismus darin, dass die früheren Tirolurlauber auf Ihrer Reise nach Asien - um auf den bereits angesprochenen Asienverkehr zurückzukommen - unterirdisch durch Tirol brausen und dabei aus Ihrem Zugfenster in den Tunnel starren, um nur ja nicht jenen Augenblick zu verpassen, der sie mit Hochgeschwindigkeit in die afrikanische Kontinentalplatte hineinrasen lässt?

Nun die Quintessenz dieser meiner Ausführung ist diese: Der LKW-Transit durch Österreich wird nur dann in den Griff zu bekommen sein, wenn Sie umgehend und ohne weiteres Zaudern jenes uns im Protokoll 9 des Beitrittvertrages von 15 EU-Staaten für Ende 2003 verbriefte Recht auf eine 60%-ige, dauerhafte Reduktion der Stickoxide auf Punkt und Beistrich umsetzen lassen. Dazu müssen nicht 4,5 Milliarden Euro ausgegeben werden. Nein, dieses Ziel gibt es viel billiger! Sie müssen nur den Mut haben, zusätzlich die Verlängerung der so genannten 108%-Klausel für die weitere Zukunft durchzusetzen, die garantiert, dass der LKW-Transit durch Österreich nach oben mengenmäßig beschränkt wird. Wie man das erreichen kann? Eine mögliche Lösung wurde schon lange vom Transitforum Austria vorgeschlagen: Österreich bezahlt keinen "Mitgliedsbeitrag" mehr an die EU. Denn die Sprache des Geldes wird mit Sicherheit auch in Brüssel verstanden.

In Erwartung Ihrer geschätzten Antwort verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

MMag. Martin Teißl
Tiroler Landessprecher von Fahrgast Österreich


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Nuova strada Brunico – Bressanone: altre soluzioni?

E’ in progetto una nuova strada tra Bressanone e Brunico. E’ tuttavia fondato il timore che l’infrastruttura non risolverà in modo significativo i problemi del traffico, mentre avrebbe notevoli ricadute negative.

Attualmente, nei sette o otto mesi l’anno con forti presenze turistiche, il problema del traffico è costituito dalle tratte urbane sia in attraversamento, sia in entrata o uscita dalle cittadine di Brunico e Bressanone; anche alcuni incroci , quello con la Val Badia in particolare costituiscono un serio ostacolo al regolare flusso del traffico.

Nei week-end diminuisce il traffico commerciale e dei pendolari ma aumenta quello per il cambio delle settimane turistiche, con formazione di code interminabili nella giornata del sabato.

Nei quatto o cinque mesi senza traffico turistico, permangono, in misura ridotta, i problemi nelle tratte urbane delle due cittadine.

Il tempo di percorrenza del tratto extraurbano – escluso i sabati del periodo turistico – è di circa 35 minuti, cui va aggiunto un tempo – variabile a seconda del periodo - di circa 15÷30 minuti per entrare ed uscire dalle due cittadine agli estremi della tratta. In totale quindi per recarsi dal centro di Brunico al centro di Bressanone, si impiega, a seconda del periodo, da 50 a 65 minuti.

Una nuova superstrada dello sviluppo di circa 30 Km, anche alla velocità media di 90 km/h, consentirebbe di ridurre il tempo di percorrenza del tratto extraubano di circa 15 minuti. Conseguentemente per recarsi da centro a centro il tempo si riduce a 35 minuti per cinque mesi all’anno e a 50 minuti per i restanti sette. E’ poi impensabile che una superstrada possa eliminare le code del sabato, presenti anche sull’ Autobrennero.

In conclusione un pendolare, che da casa al posto di lavoro impiega oggi circa un’ora, risparmierebbe solo un quarto d’ora.

A fronte di vantaggi così modesti ,ben più rilevanti sarebbero le ricadute negative derivanti dalla costruzione dell’opera ipotizzata:

Una strada più veloce nella tratta Brunico e Bressanone, tenendo conto dell’eliminazione degli attraversamenti cittadini realizzati o programmati nella tratta verso il confine, attirerebbe il traffico a lunga percorrenza che da Lienz oggi si inserisce sull’autostrada a Spittal; il traffico commerciale a lunga percorrenza viaggia anche di notte e nella valle finirebbe la quiete notturna, anche con l’adozione di barriere sonore, purtroppo visibili da ogni punto della valle, che sarebbe soggetta anche ad un forte incremento dell’inquinamento dell’aria.

L’incremento del traffico commerciale sarebbe causa di oneri di manutenzione stradali non compensati da alcun beneficio economico.

Una moderna superstrada, progettata con curve a largo raggio, pendenza modesta, doppia corsia per senso di marcia, richiede molte opere d’arte quali viadotti, estese trincee, tratti in rilevato, necessari per adeguare reciprocamente la morfologia del terreno e tracciato stradale. È facile rendersi conto come un’opera di tal genere impatterebbe nella valle che sarebbe dominata dalla visuale e dal rumore della nuova arteria, distruggendo un paesaggio di quiete alpestre di infinito valore.

Proposte

Il tracciato della attuale strada della Pusteria è il tipico prodotto di un’epoca caratterizzata da contenuta velocità dei veicoli e da modesta disponibilità di macchine operatrici per costruzione. Le strade venivano "appoggiate" alle pendici montuose, grazie a curve in serie di piccolo raggio, piccoli ponticelli ben incassati nelle incisioni del terreno, senza scavi o trincee importanti. Si sono realizzate così strade che disturbano poco o niente il paesaggio e il sistema di circolazione delle acque , e la strada della Pusteria e senz’altro una di esse. E’ quindi evidente l’opportunità di limitarsi a migliorarla senza realizzare una nuova superstrada.

La non elevata velocità commerciale media permessa dal tracciato, di per sé accettabile in relazione alla contenuta lunghezza del percorso (circa 30 Km), viene però penalizzata, per circa otto mesi l’anno, da rallentamenti negli attraversamenti abitati e negli incroci .

E’ quindi pienamente condivisibile la soluzione già in parte adottata verso il confine - di realizzare delle tangenziali ai centri abitati, dotate di svincoli adeguati. E’ però inutile e controproducente che queste tangenziali assumano caratteristiche di strada veloce. L’impatto visivo delle opere necessarie per tal fine (basta guardare i viadotti della variante di Monguelfo), non è giustificato dal risparmio di uno o due minuti per percorrere una tangenziale di due, tre chilometri. Per il resto basterebbe proseguire la politica già avviata di allargare alcune curve e migliorare la visibilità in curva fin dove possibile.

Sarebbe poi necessario verificare se sia possibile eliminare i principali incroci a raso, specialmente quello della Val Badia, per il quale è da ipotizzare il ricorso a tratti in galleria, per evitare di realizzare viadotti sopraelevati in un punto di grande valore paesistico.

Questi provvedimenti consentirebbero di ridurre le code nelle giornate di sabato e di recuperare qualche minuto sui tempi di percorrenza negli altri giorni, per cui la differenza dei tempi di percorrenza tra Superstrada e strada migliorata sarebbe di 10 minuti o poco più. Si ridurrebbe inoltre lo smog nei paesi scavalcati dalle tangenziali.

Sarebbe poi opportuna una seria riflessione su una delle principali cause di incremento del traffico, vale a dire l’incremento di presenze turistiche, a sua volte fonte di invasione di costruzioni in tutte le valli. Gli altoatesini, pur a fronte dei benefici economici apportati dal turismo, rischiano di rimanere espropriati delle loro ricchezze culturali e paesaggistiche, che poi sono quelle che costituiscono il motivo di preferenza di queste valli per tanti turisti più attenti.

Giorgio Mazzocchi
Roma- Brunico


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Die unendliche Transitgeschichte

Wer hätte gedacht, dass es gelingen würde, mit dem Thema Transit in Südtirol jemals wieder einen Saal zu füllen? Dem Bacher-Paul und seinem Schützenbund ist es vergangenen Freitag (24.01.03- Kusanusakademie, Brixen: „Der Verkehr steigt- die Politik schweigt!) gelungen. Und die Leute lauschten, diskutierten, als ob es das alles nicht schon einmal gegeben hätte. Als ob nicht das Thema, die Fragen, die Akteure dieselben wären wie schon zehn Jahre zuvor, vorne am Podium und hinten bei den Wortmeldungen: Publikumsliebling Fritz Gurgiser, der damals wie heute die Klatscher und Lacher auf seiner Seite hat. Sepp Kusstatscher, dessen Wissen über die Tücken des Basistunnels damals wie heute besticht. Im Publikum Carlo Trojer, der sich als Ingenieur schon vor zehn Jahren mit annehmbaren, aber viel zu kostensparenden Tunnelvarianten auseinander gesetzt hat, Roman Zanon, der immer noch gleich überzeugend von einem völlig neuen wirtschaftlichen Ansatz redet,  Lucio Tarini, der leidenschaftlich daran erinnert, dass gerade die nächste schleichende Transitachse im Pustertal ensteht, Rudl Siller, der  zuspitzt, was er an Gesellschaftskritik anzubringen hat,  Walther Dorfmann, Gregor Beikircher... Alle zusammen wie auf einen heimlichen Appell hin wieder auf der Matte. Das Publikum lauscht, nimmt Stellung, ist zornig oder ratlos, schiebt die Schuld auf die Politiker.

Alles wie gehabt, alles schon da gewesen. Schon  1994 wurde ein "Transitforum Südtirol" gegründet, es lancierte Bürgerversammlungen, druckte Infomaterial, schrieb an Minister, Landeshauptleute und Planer und bekam? auch das wiederholt sich? keine Antworten.

Die Bevölkerung südlich des Brenners, so schien es, hat den Transit nie als Bedrohung empfunden und so fehlte den Initiatoren der Rückhalt, auf den Fritz Gurgiser "draußen" zählen konnte. Nach und nach wurde der Widerstand wieder an die Geplagten nördlich des Brenners delegiert, abgesehen von Südtiroler Höflichkeitsauftritten bei allfälligen Blockaden.

Doch etwas ist anders, dieses Mal: Es sind nicht mehr Grüne, die gegen Lärm und Abgase ankämpfen, es sind die Schwarzen, die Konservativen, die per definitionem der Erhaltung Verpflichteten und die sich? vielleicht mangels anderweitiger Themen? diesem neuen Auftrag verschrieben haben, in gewohnter Gründlichkeit.

Und noch etwas ist anders als damals: Die Südtiroler haben Erfahrung gesammelt mit Großprojekten? MeBo und Flughafen sind zwar gebaut, aber die Art ihres Zustandekommens hat Spuren hinterlassen im Gedächtnis der Menschen. In der Sache selbst hat sich

Entscheidendes zugespitzt: Der Verkehr und damit die Belastung haben in diesen zehn Jahren um 50 Prozent zugenommen.

Unter diesen Vorzeichen könnte die politisch schwerwiegendste Drohung vom vergangenen Freitag, nämlich die Initiierung einer Volksabstimmung gegen die Transitlawine, tatsächlich einen Wendepunkt in der unendlichen Geschichte bedeuten. 

Dank Paul Bacher und seinen Schützen.

Evi Kaifl
aus FF, Nr 5-03


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Gemeinsames Konzept für eine attraktivere Bahn

Die Reaktivierung der Vinschgaubahn setzt eine attraktive Pustertalbahn voraus. Fahrgast Österreich fordert ein gemeinsames Konzept.

LIENZ (TT). Viele Nebenstrecken leiden unter den gleichen Problemen. Um gemeinsam Lösungen zu finden wurde im deutschen Fischach kürzlich eine Eisenbahntagung abgehalten. Vertreter der Außerfernerbahn, der Vinschgaubahn in Südtirol und der Staudenbahn in Schwaben tauschten Erfahrungen aus. Ein gemeinsames Marketingmodell - angepasst an die örtlichen Gegebenheiten - wird erarbeitet.

Eine Einbindung der Pustertalbahn in dieses Konzept fordert Martin Teissl von Fahrgast Österreich. "Die Pustertalbahn ist derzeit weder in Süd- noch in Osttirol sonderlich attraktiv", erklärt Teissl. In einem Schreiben, das unter anderem auch an LH Herwig van Staa und den Südtiroler Landtagsabgeordneten Herbert Denicolo gerichtet ist, fordert er die Politiker auf, sich für ein grenzüberschreitendes Marketingkonzept einzusetzen. Eine erfolgreiche Reaktivierung der Vinschgaubahn - die derzeit um 80 Mio. Euro saniert wird und 2004 ihren Betrieb wieder aufnehmen soll - setze eine attraktive Pustertalbahn voraus.

Nur so könne auch die Verbindung nach Innsbruck neue Fahrgäste gewinnen und mit der Straße konkurrieren.

Martin Teissl
2003-02-03


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Neutrassierung Pustertalerstraße

Zur Erinnerung

Rücksichtslose Trassierung – Beeinträchtigung für Landwirtschaft und Lebensqualität

Klares Nein zur neuen Straßentrasse durch das untere Pustertal!

Die Grundeigentümer und Bauernvertreter des Pustertales sprechen sich geschlossen gegen die vom Technischen Büro Aichner vorgeschlagene Neutrassierung der Pustertaler Straße zwischen Mühlbach und Bruneck aus.

Nachdem bereits seit geraumer Zeit über eine Verbesserung der Straße durch das untere Pustertal gesprochen wird, hat das genannte Büro nun auf Initiative des SVP-Wirtschaftsausschusses-Pustertal eine Studie ausgearbeitet. Diese wurde kürzlich den Bauern vorgestellt.

Mit dabei waren die Ortsbauernräte von Vintl, Kiens, St. Lorenzen und Bruneck, die betroffenen Grundeigentümer und die Spitzen des SBB-Bezirkes Pustertal. Sie stellen klar, dass der Südtiroler Bauernbund in den verschiedensten Gremien immer wieder klar seine Meinung geäußert und sich grundsätzlich für eine bessere Straßenverbindungen ausgesprochen hat.

Die vorgelegte Studie kann jedoch nicht akzeptiert werden. Sie sieht eine völlige Neutrassierung der Pustertaler Straße zwischen Mühlbach und Bruneck vor. Laut einhelliger Meinung der Bauernvertreter geht sie äußerst rücksichtslos mit Kulturgrund und Hofstellen um: Sie würde viel landwirtschaftlichen Grund verbrauchen, die Höfe zerstückeln und die Hofstellen stören.

Geschlossen sprachen sich deshalb Grundeigentümer und Bauernvertreter gegen die Neutrassierung aus und kündigten Wiederstand auf allen notwendigen Ebenen an.

„Gegen die vorgestellte Trassenführung sprechen nicht nur landwirtschaftliche Argumente", sagen die Unterpustertaler Ortsobmänner. Sie  befürchten und kritisieren auch die Zerstörung eines Tales in landschaftlicher Hinsicht und eine entscheidende Verschlechterung der Lebensqualität für die Bevölkerung des Tales. Die Belastbarkeit des Tales stößt an eine unannehmbare Grenze und das Ziel kann nicht sein, den Verkehr ins Unendliche wachsen zu lassen.

In die bestehende Straße wurde bereits viel investiert, verschiedene Teilstrecken sind ausgebaut und es wäre eine unverantwortliche Verschwendung öffentlicher Mittel, diese in den Ausbau der Unterpustertaler Straße nicht einzubinden. Bruneck ist der zweitgrößte Wirtschaftsstandort Südtirols und dies trotz der „unzumutbaren" Unterpustertaler Straße. Nachdem der Schwerverkehr einen relativ kleinen Prozentsatz ausmacht, gilt es in erster Linie den Personenverkehr in den Griff zu bekommen. Hier muss das Ziel lauten „Ausbau des öffentlichen Verkehrs" und hier vor allem der Bahn. Das Pustertal braucht keine zur Schnellstraße bzw. Autobahn ausbaubare Straßentrasse. Es liegt im Interesse der Gesamtbevölkerung nicht Eisacktaler Verhältnisse vorzuprogrammieren.

Viktor Peintner
Bezirksobmann  Südtiroler Bauernbund - Bezirk Pustertal


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Abrechnung mit den vorgebrachten Argumenten Pro Ausbau Schnellstraße Pustertal:

MeBo ist zu klein

Pustertalerstraße ist Südtirols gefährlichste Straße/ ACI: 1,7 Unfälle/Km

„Neutrassierung heißt nicht unbedingt eine neue Straße"?

„Die Gegner der Straße sind Schwarzmaler"

Gegner sollten sagen:" Stop dem Ausbau der Bettenkapazität und der Ausweisung von Gewerbezonen!"

„Wir verlangen ein Konzept für das Unterpustertal!"

„Wir sind ohne Konzepte an die Öffentlichkeit gegangen, wir haben nur alle aufgefordert mitzuarbeiten!"

„Die „Anderen" haben keine Konzepte, wir schon!"

„Wir brauchen eine Entscheidung!"

„Wir haben die Fernheizwerke gebaut, nicht die „Anderen"!"

„Ich dulde es nicht, dass Familienverbände oder der KVW vorgeschoben werden!"

„Ich kann vom Dorf nicht mehr in den Hauptort fahren, um einzukaufen!"

Dies soll hier eine Nachlese der gehörten Stellungnahmen sein, wobei sich einige inzwischen möglicherweise schon selbst disqualifiziert haben.

Das wohl zugkräftigste Argument sind die statistischen Daten über die Unfallfrequenz der Pustertalerstraße. Es braucht wohl nicht eigens erwähnt zu werden, dass Gefahrenstellen entschärft gehören.

Mit einem Ausbau der Pustertalerstraße zu höherer Kapazität, verschlechtert man allerdings gleichzeitig auch die Luftqualität. In unserer aller Erinnerung dürften die Bilder der Tageszeitung Dolomiten vor Weihnachten 2002 sein, als der Smog-Tunnel das Eisacktal bis auf 1600m einhüllte und nicht anders wird es im Pustertal ausgesehen haben, da wir gerade in diesen Tagen Inversionslage hatten. Im Übrigen ist es auch eine Augenauswischerei auf den Regen zu hoffen, denn dieser wäscht dann die Stoffe in den Boden. Wir brauchen uns dann gar nicht erst die Mühe zu machen, auf integrierte - oder biologische Landwirtschaft umzusteigen, siehe z.B. das laute Nachdenken der Südtiroler Milchlandwirtschaft, denn die Geister, die wir riefen, kehren zu uns zurück.

Besonders erstaunt musste man aber sein, als die Schnellstraßenbefürworter in einem Atemzug sagten, sie hätten, im Unterschied zu den „Gegnern", ein Konzept, andererseits aber, dass sie ohne Konzepte an die Öffentlichkeit gegangen seien und nur alle aufgefordert hätten, mitzuarbeiten. Na was denn nun? Die zweite Aussage klingt ja auch richtig objektiv und neutral. Dazu passen aber schlecht die emotionalen Ausbrüche, bei denen vermeintlichen „Drahtziehern im Hintergrund" vorgeworfen wird, Familienverbände oder gar den KVW vorzuschieben. Als ob die Mitglieder dieser Vereine nicht selbst auch denken könnten! Es braucht nicht jeder Wirtschaftswissenschaften studiert zu haben, um seinen Hausverstand richtig einzusetzen. Vielleicht ist ein fehlendes Studium der genannten Art sogar eher eine Garantie, dass man hier objektiv urteilen kann. So muss man feststellen, dass wenn die „Alternativen" die Schwarzmaler sind, die „Schnellstraßen- Betonierer" die Blauäugigen sein müssen.

Ein weiterer Punkt ist der Gemeinplatz „Alternative, bzw. Andersdenkende". Wer sollen diese denn sein? Der Ausdruck ist naturgemäß sehr vage. Alternative sollen in diesem Zusammenhang wohl alle die sein, die mit den Ausbauplänen zur Pustertaler Schnellstraße nicht einverstanden waren und sind. Vermutlich die Mehrheit. In diesem Fall wären, dem allgemeinen Sprachgebrauch folgend, der als die „Alternativen", d.h. die Andersartigen bezeichnet, diese wohl am ehesten die Schnellstraßenbefürworter. Der eigentliche Beigeschmack des Ausdrucks Alternative kommt dann schließlich in der Aussage voll zum Tragen, wo man diesen so genannten Bös- und Andersartigen vorwirft, sie hätten keine Fernheizwerke gebaut. Natürlich wäre das auch schwer zu bewerkstelligen; beim allein selig machenden Anspruch unserer Oligarchie, welche, zu Recht oder Unrecht, keine anderen Akteure an den Schalthebeln der Macht neben sich duldet! Mag auch sein, dass die so genannten Alternativen etwas chaotischer, weniger organisiert, und natürlich weniger erfahren im Verwalten und durchführen von Konzepten sind. Die Geschichte zeigt jedenfalls, dass neue Ideen fast nie, wie auch in diesem Fall nicht, auf dem Beton des Establishment wachsen. Das Establishment setzt nur sozusagen schließlich die Ideen um, die aus den fruchtbaren Schlacken der Gesellschaft sprießen und steht also am Ende der Realisationskette. Ganz gewiss sollte es sich dann auch korrekterweise nicht mit fremden Federn schmücken.

Allerdings halte ich es für eine gute Idee der Schnellstraßenbauer, wenn sie fordern, die Alternativen, wer diese also auch immer sind, sollten sich für eine Eindämmung der Ausweisung von Gründen für Handwerk und für einen Bettenstop einsetzen. Auch hier lehrt die Geschichte, dass die Gewerbezonen immer zu den verkehrstechnisch günstig gelegenen Zonen hintendieren. Dies bedeutet, dass man bald schon wieder eine neue Umfahrung für die alte Umfahrung braucht usw. Wie dann das Problem des Trinkwasserstreits in Bruneck zeigt, das letztendlich angeblich daraus entspringt, dass das jetzt schon sehr bettenstarke Reischach, das an und für sich reichlich fließende Wasser der Kronplatzquellen für sich beansprucht, aus welchen Gründen auch immer. Künftige Umweltverträglichkeitsprüfungen werden hier hoffentlich gründlich und weitsichtig untersuchen und weder auf Partikularinteressen Rücksicht nehmen, noch sich auf Mikrobereiche beschränken. Im Übrigen, traut man sich selbst so viel Vernunft nicht zu? Die Aufforderung an die Adresse der Alternativen klingt doch sehr nach einem Zugeständnis der eigenen Unfähigkeit, oder sogar nach der Feigheit des Bequemen?

Die Lehre? Ein Konzept, das also wirklich wertneutral an einer konstruktiven Lösung der anfallenden Problematik interessiert ist, wird demnach wieder einmal ein ganzheitliches sein und das Problem Verkehr in seinen sämtlichen Aspekten und Verästelungen angehen, zu vorderst auch das Problem der Verbesserung des Schienenverkehrs. Eine Gesamthochrechnung des zu erwartenden Verkehrs ist von allen diesen Faktoren bestimmt und kann sich nicht nur auf statistische Daten des Verkehrs-Status Quo stützen. Da müsste man sich als neutraler Beobachter doch schon sehr über die, wenn auch sonst unter bestimmten Umständen heilige, Einfalt wundern!

Carlo Sansone


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Bruneck, am 14. Jänner 2003

An den

Bürgermeister der Gemeinde Bruneck

Stellungnahme zum Landestransportplan

Ich erlaube mir, zum aufliegenden Entwurf des Landestransportplanes wie folgt Stellung zu nehmen:

1.- Der vorliegende Planentwurf ist für eine gesetzgeberische bzw. Verwaltungs-Maßnahme in formaler Hinsicht vollkommen ungeeignet. Er widerspricht in grober Weise den Grundsätzen der Transparenz und der Bürgerfreundlichkeit. Er eignet sich höchstens bei wesentlicher Verbesserung des Stils und der Diktion als Motivbericht. Nur die konkret zu ergreifenden Maßnahmen gehören in kompakter und übersichtlicher Form in den zu verabschiedenden Text.

2.- Der Landestransportplan muss in konkreter Form die einzelnen und für die öffentlichen Körperschaften verbindlichen Maßnahmen auflisten, um die gesetzten Ziele zu erreichen (radikale Reduzierung des Individualverkehrs, Entlastung der Straßen, Verminderung der Schadstoffe und des Lärms usw.).

3.- Der Planentwurf befasst sich zu wenig mit den Gefahren der Schadstoffe. Es muss klar festgelegt werden, welche konkreten und einschneidenden Maßnahmen die Bürgermeister bzw. im Sinne des Art. 52 des Autonomiestatuts der Landeshauptmann bei Erreichung gewisser Schadstoffkonzentrationen zum Schutze der Gesundheit der Bevölkerung ergreifen müssen.

4.- Eine der wichtigsten verkehrspolitischen Maßnahmen für das Pustertal ist die Verwirklichung der Eisenbahnschleife von Aicha in Richtung Vahrn. Dieses Projekt muss als vorrangig in den Landestransportplan aufgenommen werden.

5.- Der Planentwurf sieht richtigerweise vor, dass die Maßnahmen am Straßennetz auf die von der Landesverwaltung bereits beschlossenen Arbeiten zu beschränken sind. Umso unverständlicher ist es aber, dass das Verzeichnis der beschlossenen Maßnahmen dem Entwurf nicht beigefügt ist. Ohne dieses Bezugsszenario bleibt aber der Landestransportplan schwammig und für jede Interpretation offen.

Hochachtungsvoll

Eduard Stoll
Gemeinderat


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Südausfahrt

Alle Jahre wieder wächst mit dem Beginn der Skisaison die Belastung durch den Verkehr in Bruneck Stadt und entlang der Reischacher Straße ins Unerträgliche. Der Ruf nach einer „Südausfahrt" wird lauter und damit auch die Frage nach dem derzeitigen Stand auf dem Weg zu ihrer Realisierung. Die Verkehrskommission hat sich unter dem Vorsitz des Bürgermeisters mit den Vertretern von Reischach (Michael Bergmeister, Hermann Lehmann, Nikolaus Mayr und Anni Rederlechner) auf folgendes Grundsatzpapier geeinigt:

Die Südausfahrt ist ein wesentlicher Teil des gesamten Verkehrskonzeptes für die Gemeinde Bruneck, dessen Hauptziele (siehe Prof. Dipl. Ing. Dr. Heinz Tiefenthaler,

Dr. Ing. Stefan Winkler, Bruneck Verkehrskonzept 1993, Prof. Bernardo Secchi, Un’ipotesi di progetto per il Piano di Sviluppo- Brunico 2020, 9 ottobre 1997, Ing. Dr. Hans Pfeifer, Studie Bruneck Süd, und Arch. Dr. Wilfried Moroder, Stadtentwicklungskonzept Leitbild 2020 und technischer Bericht Teil B zum Bauleitplan) es sind:

den Durchzugsverkehr an der Stadt vorbei zu führen, um dadurch im Stadtgebiet den Verkehr zu reduzieren,

durch Stichstraßen vom Ring aus die Stadtviertel erreichbar zu machen,

an den Stichstraßen auf Auffangparkplätzen und in Garagen das Abstellen der Autos zu ermöglichen.

Die Ziele, die man durch den Bau der Südausfahrt innerhalb des Gesamtkonzeptes im Speziellen erreichen will, sind:

direkte Anbindung des Skiverkehrs von der SS 49 Pustertaler Straße zum Kronplatz,

Anbindung der Fraktion Reischach an das übergeordnete Straßennetz bzw. Ringsystem

Ausfahrt Bruneck Süd / Mitte zur schnelleren und leichteren Erreichbarkeit der Oberstadt, des Stadtzentrums und des Schlosses von einer Schlossberggarage aus auf Fußwegen.

Bei der Wahl des Standortes für die Südausfahrt und der Gesamtplanung müssen also folgende Kriterien berücksichtigt werden:

Die Südausfahrt muss sich in das gesamte Verkehrskonzept der Gemeinde Bruneck einfügen.

Sie muss die innerhalb des Gesamtkonzeptes im Speziellen für sie vorgesehenen Ziele erfüllen.

Die Trassenführung soll Rücksicht nehmen auf die Wohnsiedlungen, damit diese nicht zusätzlich belastet, sondern wo möglich entlastet und verkehrsberuhigt werden.

Die Trassenführung soll möglichst umweltschonend verlaufen.

Sie soll so konzipiert werden, dass möglichst wenig Kulturgrund in Anspruch genommen wird.

Die Lösung muss auch mögliche Folgen in Spitzenzeiten und in Normalzeiten berücksichtigen.

Detaillierte Verkehrsflusszählungen (Quell-, Ziel- und Durchzugsverkehr) über den Sommer- als auch über den Winterzeitraum müssen durchgeführt werden. Diese sollen die Basis für Verkehrsflusssimulationen aller möglichen Ausfahrts – alternativen bilden.

Die Verkehrsflusssimulationen sollen den geschlossenen Nordring, die Kuntner- und die Moessmer -Rampe mit einbeziehen. Im Detail sollen die Auswirkungen aller Ausfahrtsvarianten auf die Verkehrsströme im:

innerstädtischen Bereich,

stadtnahen Wohnbereich,

jedem vom Durchzugsverkehr betroffenen Wohnbereich,

Berufs- und Schulverkehr,

Tourismus- und Normalverkehr

aufgezeigt werden.

Kosten- und Wirtschaftlichkeitsrechnung für sämtliche Vorschläge müssen geliefert werden.

Einstimmig hat man sich für Dr. Arch. Bernhard Winkler als Planer ausgesprochen, der bis zum Herbst dem Gemeinderat einen Vorschlag unterbreiten soll.

Franco Nones und Margit Baumgartner/Sinner
Mitglieder der Verkehrskommission


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La ferrovia della Pusteria quale vera alternativa alla SS 49

Spett.le Forum Brunico

Verso la fine degli anni 80, si manifestava tra una parte della classe politica locale e utenti della ferrovia , la convinzione che per salvare la linea ferroviaria Fortezza Lienz da una possibile soppressione, essa necessitava di un radicale rinnovamento. Bisognava rinnovare l’armamento dei binari, il rifacimento dei ponti onde consentire il transito dei locomotori elettrici e la costruzione della linea elettrica.Gli incontri avvennero presso l’Hotel Posta di Brunico ove le delegazioni italiane e austriache posero le basi per la risoluzione del problema.

Per la parte italiana si fecero carico il Senatore Brugger padre dell’attuale Senatore il quale prese gli opportuni contatti con il Direttore del Servizio Movimento di Roma, mentre da parte austriaca, un noto politico di Villach di cui non ricordo il nome.

Gli incontri portarono ad un protocollo d’intesa nel quale ogni amministrazione si faceva carico della costruzione della parte spettante per territorio.

Vi era previsto un traffico merci di transito giornaliero di 20 treni oltre ai treni viaggiatori.

La linea avrebbe dovuto funzionare quale alternativa alla linea del Brennero nel caso la stessa fosse interrotta nella tratta da Fortezza ad Innsbruck.

Inoltre per sopportare un traffico merci rilevante e per rispetto del territorio, essa doveva avere il doppio binario e portare il tracciato ove possibile (Vandoies-Brunico) a ridosso della montagna, restituendo terreni preziosi per l’agricoltura, ai contadini.

Per motivi non chiari quest’ultima proposta non è stata accettata (sembra dai proprietari dei terreni) perciò non è vero che la ferrovia non abbia fatto niente.

La ferrovia aveva visto con 20 anni d’anticipo, quale era la priorita’ del traffico in Val Pusteria, ma non si è voluto approfittare di questa possibilitá

Ora nell’anno 2003 con 17 anni di ritardo, i tecnici sia dell’ANAS (Provincia) che della ferrovia, stanno vedendo la fattibilita’ di un collegamento tra la ferrovia della Pusteria e del Brennero nei pressi di Aica. Tale collegamento ( bivio in termine ferroviario) previsto nel piano traffico provinciale LEROP degli anni 90, permetterebbe di evitare la Stazione di Fortezza ( tempi morti per andata e ritorno e inversione di marcia dei treni) e i treni sia viaggiatori che merci, avrebbero una linea diretta Verona- San Candido –Linez –Villach- Klagenfurt senza interruzione alcuna, recuperando nella tratta Rio di Pusteria- Bressanone e viceversa 15 minuti e diventando pertanto la ferrovia interessante e concorrenziale rispetto la strada statale 49.

Sarebbe il caso che il viadotto tra la Pusteria e la Val D´Isarco fosse a doppio binario in quanto i costi di costruzione sono praticamente equivalenti tenendo conto anche per il futuro che nulla toglie che la ferrovia anche da e per la Val Pusteria sia doppio binario.

Lucio Manzolli
Brunico
li 27 gennaio 2003


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Ausbau der Pustertaler Straße - für wen?

Werte Zuhörer,

haben Sie gewusst,

dass die größte Joghurtfabrik Europas in Griechenland steht? Und dass die Zutaten aus aller Welt anreisen müssen: Milch und Zucker aus Deutschland, Ananas aus Südamerika, Kiwis aus Neuseeland, Erdbeeren aus Südafrika, …

und dass ein einziger Milch-Tanklastwagen auf der 4.000 km langen Strecke von Deutschland nach Griechenland rund 1.600 Liter Diesel verbraucht?

und dass deshalb ein Joghurt im Durchschnitt 6000 Straßenkilometer auf dem Buckel hat, bevor er auf unserem Frühstückstisch landet.

Wussten Sie, dass für die berühmten Schweizer Big Star – Jeans nur mehr die Schnittmuster und die Farbkollektionen in Mitteleuropa entstehen? Knöpfe in Italien, Nähen in Tunesien, Waschen und Sandstrahlen im Elsass, Verkaufsregale überall, …

dass Mineralwasser aus Italien, Burgenland, England oder Schweden in die Schweiz gebracht wird (obwohl die Schweiz ja nicht zu den wasserarmen Staaten gehört), um von dort aus weiterverteilt zu werden (vieles wieder zurück ins Ursprungsland)?

dass ausgerechnet im holzarmen Italien, und zwar in Lucca, Klopapier für den europäischen Markt produziert wird? Der benötigte Zellstoff wird aus Kanada und Schweden angeliefert – das Fertigprodukt geht wieder über Gotthard und Brenner nach Norden.

dass die Wurstzutaten (Fleisch, Soja, Salz, Zucker, Gewürze usw.) der im Pustertal produzierten „Krakauer" mehr von der Welt gesehen haben, als wir uns träumen können?

und wussten Sie, dass wegen dieser Unsinnstransporte Minute für Minute 3 Transit – LKW’s allein über den Brenner rollen; Tendenz steigend?

und dass deshalb in Europa Tag für Tag 10 ha Fläche allein für den Straßenbau neu versiegelt werden (und dies bei einem bestehenden Straßennetz, das wahrlich nicht mit Schmugglersteigen verglichen werden kann)?

und dass jährlich 13.000 t Schadstoffe allein auf der Brennerautobahn vom Kraftfahrzeugverkehr emittiert werden?

Und wussten Sie, dass neben den 80 – 100 Toten bei Verkehrsunfällen in Südtirol weitere 120 - 200 Menschen im Jahr frühzeitig an den direkten Folgen der Luftverschmutzung durch den Straßenverkehr sterben?

Verehrte Zuhörer, ein paar Zahlen, die zu denken geben sollten – wir werden später noch mehr darüber hören. Verkehr ist zu einem „gefährlichen Spiel für unsere Gesundheit" geworden (wie es der österreichische Ärztekammerpräsident formulierte); es liegt auch in unserer Verantwortung, diesen auf ein verträgliches Maß zu reduzieren und ihn nicht durch Bereitstellen neuer Straßen noch weiter ansteigen zu lassen.

Die Diskussion um den Ausbau der Pustertaler Straße zeigt auch eindrucksvoll, dass ein Ausbau nicht dem Wohl der ansässigen Bevölkerung dient, sondern dem internationalen Kapital und der Betonlobby.

Lassen Sie mich kurz einen Blick auf die Entwicklung im Pustertal zurückwerfen:

Bereits im fernen Jahr 1959, nach erfolgtem Spatenstich zur Brennerautobahn, wurde von Rednern eine zweite leistungsfähige Nord-Süd-Transitroute zwischen den großen Wirtschafträumen Italiens und Deutschlands gefordert. Das war sozusagen die Geburtsstunde der Alemagna-Autobahn, benannt nach der bestehenden Straße Toblach – Cortina, und die Diskussion (zunächst nur über die Trassenführung und erst später über die Auswirkungen des Straßenbaus auf Wirtschaft, Umwelt und Lebensraum) nahm ihren Lauf. Die Verkehrspolitik propagierte den Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger" und setzte damit auf die Straße als (fast) einzige Mobilitätsstruktur.

Es war aber damals schon klar: Es geht um die Verbindung der großen Industriegebiete zwischen Norditalien und Deutschland – nicht um das Pustertal und die dort lebende Bevölkerung.

Nach langem Hick-Hack wurde die Alemagna-Autobahn 1975 aufgrund des sich immer stärker regenden Widerstandes der Gemeinden und vor allem auch aus Nordtirol das erste Mal für richtig tot erklärt.

Dafür wurde die Pustertaler Straße als E66 in das Abkommen über Europäische Hauptstraßen (AGR) eingetragen und bekam damit überregionale Bedeutung. Das Pustertal benötige, wenn schon keine Autobahn, so doch eine Schnellstraße - war die weise Erkenntnis. In die Bauleitpläne der Pustertaler Gemeinden wurde hastig ein durchgehender Strich eingetragen, der die Bereitschaft zur Annahme des „großen Geschenks" signalisierte (in einigen Gemeinden ist dieser Strich bis heute noch nicht gestrichen worden). Und wieder ging es nicht um das Pustertal als Lebens- und Wirtschaftraum, sondern um eine leistungsfähige Verbindung der genannten Transitrouten.

Nun begann der eigentliche Kampf gegen den befürchteten Transitverkehr; es formierte sich Widerstand in Form von Bürgerinitiativen. Aus dem Arbeitskreis „Vernunft im Straßenbau" entstand 1980 die Argenup, die Arbeitsgemeinschaft für Natur- und Umweltschutz, die sich intensiv mit der Problematik beschäftigte; und parallel dazu arbeitet die Cipra intensiv an der Vorbereitung der Alpenkonvention.

1986 dann die Toblacher Gespräche zum Thema „Verkehr und Mobilität" und in Anschluss daran erarbeitete der Wiener Verkehrsexperte Prof. Knoflacher im Auftrag der Argenup eine Studie für das obere Pustertal (vielleicht ist die Post nach Bozen nicht angekommen, denn bis heute haben wir von der LR noch keine Antwort darauf bekommen); dazu folgten Informationsveranstaltungen in Bruneck, Mühlbach, Welsberg, Niederdorf, Olang.

Immer häufiger wurde dann wieder die totgesagte Alemagna ins Spiel gebracht und das Nachdenken über große Verbindungsstraßen hat dann in der Großkundgebung gegen die Alemagna am 22. Mai 1993 in Toblach einen weiteren Höhepunkt erfahren. Trotz lautstarker Beteuerungen der Landeshauptleute aus Süd- und Nordtirol hat man uns die Sorge um die Verbauung des Tales aber nicht genommen, sondern im Gegenteil sie erst richtig entstehen lassen, denn die eigentliche Gefahr für das Pustertal war der Bau einer Schnellstraße – und Antworten darauf haben die Politiker vermieden. Waren bisher Ausbaupläne fremdbestimmt und mit dem Erfolgsrezept des Zusammenhaltens relativ leicht abzuwenden, so sah man sich jetzt den Betreibern im eigenen Lande gegenüber, denn im Schatten des Alemagna-Gespenstes bastelte man an den großen Umfahrungsstraßen als Teilstrecken einer überregionalen Fernverbindungsstraße.

Der letzte Vorstoß für eine Neutrassierung durch das untere Pustertal (Pircher & Co) ist wohl auch nicht aus Liebe zu diesem Land und aus Achtung vor den dort lebenden Menschen gemacht worden; er zeigte noch einmal deutlich, dass man nicht den Ausbau der Straße auf einen zumutbaren Standard will, sondern eben eine Schnellstraße. Er hat aber eines bewirkt: die Entstehung einer neuen, breit gestreuten Bürgerinitiative, der Plattform Pro Pustertal, deren Position zur Verkehrsproblematik ich zum Schluss darlegen möchte.

In diesem Zusammenhang ein interessantes Detail: Im Zuge der Trassenführungsdiskussion der Alemagna-Autobahn warb das Straßenbauerpaar Kauer/Winkler mit einer Variante durch das Sextner Tal, die sie angeblich ohne Auftrag und (man höre!) auf eigene Kosten erstellt hatten – und der europäische Einigungsgedanke wurde damals, 1970, auch schon bemüht (ein Schelm, wer eine Parallele im aktuellen Vorstoß entdeckt!)

Schlimm an der ganzen Sache ist das Versäumnis der Politik, Visionen aufzugreifen, sich steuernd einzuschalten und auf Nachhaltigkeit zu setzen. Was wir aber noch schlimmer finden, ist, wenn Planer zu Auftraggebern, Baufirmen zu Entscheidungsträgern und die Politiker nur mehr zu Geldbeschaffern werden.

Zurück zur Frage, wem der Ausbau der Pustertaler Straße nützt:

Nicht den Menschen, denen die Erhaltung des Tales als intakten Lebensraum ein Anliegen ist und denen die zunehmende Überfrachtung der Atemluft mit Schadstoffen der Verbrennungsmotoren Sorge bereitet. Die Situation in Nordtirol, wo geprüft werden muss, ob wegen der Schadstoffkonzentrationen überhaupt noch Betriebsansiedlungen zugelassen werden können, soll nicht unser Vorbild sein.

Nicht dem Fremdenverkehr, dessen Kapital gerade die Ursprünglichkeit und die Echtheit eines Gebietes ist; nicht Autobahnen zieren unsere Werbeprospekte, sondern eben Naturlandschaften oder Kulturobjekte. Die Hochburgen in Südtirols Tourismus sind über bescheidene Zufahrten groß geworden, siehe Gröden, Corvara, Sexten, … Tourismusregionen brauchen nicht Transitrouten, sondern ein der Landschaft angepasstes Infrastrukturnetz. Recht viel mehr Touristen, als die bestehende Straße täglich hereinbringen kann, tut selbst dieser Branche nicht gut.

Nicht der Industrie und dem Handwerk, die bisher auch ohne Schnellstraße überlebt haben. In einer kürzlich von der TU Wien veröffentlichten Studie heißt es: „Schon die einfache Tatsache, dass Verkehrswege stets in 2 Richtungen führen, zeigt, dass es nicht klar ist, welches Ende davon mehr profitieren wird, ob z.B. Kundenverkehr in die eine oder Lieferverkehr in die andere Richtung zu erwarten ist." Tatsache ist, dass am zweiten Ende selten ein Wohltäter sitzt, sondern ein Konkurrenzbetrieb, der nur darauf wartet, rasch und billig auf den bisher geschützten Markt der schwächeren Strukturen in den Tälern zugreifen zu können. Wegen besserer Lieferbedingungen für vielleicht 100 LKW pro Tag eine Schnellstraße zu bauen, auf der dann neben den erwünschten 100 LKW täglich 500 andere LKW und zusätzliche 10.000 PKW fahren, kann doch nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Und im neuesten Bericht des Instituts für Politikwissenschaften in Luzern heißt es: „Der Bau von Autobahnen und Fernstraßen hat ein zweifelhafte Wirkung speziell auf Randregionen … Tatsächlich spielen die Transportkosten, die Erreichbarkeit und die Anbindung an die Autobahn eine untergeordnete Rolle; aus der Sicht der Wirtschaftswissenschaften sind die Effekte des Autobahnbaus unter Umständen sogar negativ." Offenbar hat sich die positive Auswirkung guter Verbindungstrassen auf die Arbeitsmarktsituation erschöpft; mehr ist nicht mehr zu erwarten.

Der Ausbau der Straße dient auch nicht der Landwirtschaft; zu versprechen, wir bauen die Straße deshalb so breit, damit auch landwirtschaftliche Fahrzeuge darauf fahren können, ist zynisch, wenn den Betrieben vorher die Gründe enteignet wurden. Von der Schadstoffbelastung der Böden links und rechts der Straßen gar nicht zu reden!

Ein überdimensionierter Straßenausbau dient auch nicht zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation. Wir haben Vollbeschäftigung – noch!

Schließlich trägt eine große Fernverbindungsstraße nicht zur Lösung des Verkehrsproblems dar , weil neue Straßen neuen Verkehr anziehen - damit werden nämlich die letzten Barrieren gegen den Durchzugsverkehr abgebaut. Pustertal hat eine Bahn mit vielen ungenützten Kapazitäten! Autobahnen oder Schnellstraßen vorzuschieben, um gegebene Strukturprobleme zu lösen, ist gefährlich. Politik und Wirtschaft müssen vordenken, müssen Leitbilder entwickeln und sich auf die Konkurrenz einstellen. Geschieht das nicht, droht das, was die Wissenschaft „passive Sanierung" nennt: Die Autobahn als Fluchtweg für Pendler und Abwanderer.

Wem nützt also der Ausbau der Pustertaler Straße? Verehrte Zuhörer, geben Sie sich nun selbst eine Antwort!

Es muss aber Schluss sein mit dem Vorschieben von Interessen „bedürftiger" Menschen! Die für Straßenbau vorhandenen Gelder sind in Alternativprojekte zu investieren, die der regionalen Wirtschaft zugute kommen: in die Verbesserung der Bahn, der Telekommunikation, der Ausbildung, usw.

Die Auswirkungen des Straßenbaus müssen systematisch hinsichtlich ihrer ökonomischen und ökologischen Auswirkungen untersucht werden und die entsprechenden Resultate müssen in der Öffentlichkeit diskutiert werden.

Verehrte Damen und Herren, setzen Sie sich mit uns dafür ein, unseren Lebensraum mit seinem Erholungswert und unseren Wirtschaftraum in seiner noch nicht vollständig globalisierten Form zu erhalten! Unsere Landschaft hat nämlich einen zu großen Wert, um alles kurzfristigen Vorteilen zu opfern.

Guggenberger Hans

VERKEHR IM PUSTERTAL: Droht der Supergau?

Informationsabend mit Diskussion

Bruneck, Kolpinghaus, 31. Jänner 2003 , 20.00 Uhr


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Ethische Anfragen an die Transitproblematik

Einleitung: Ethik entzündet sich an Kontrasterfahrungen

Zu dieser Veranstaltung weiß ich mich als Ethiker eingeladen. Ich sehe deshalb meine Aufgabe hier vor allem darin, eine Hilfestellung zu geben, welche Fragen man stellen kann, was alles berücksichtigt werden müsste, um zu verantwortlichen Lösungen zu kommen. Im Grunde genommen stellt sich jeder Mensch ethische Fragen bzw. Fragen zur Moral. Der Ethiker versucht, dies bloß etwas systematischer zu tun und verschiedene Gesichtspunkte zusammenzutragen. Er ist so angewiesen auf die Erkenntnisse der Wissenschaften in den jeweiligen Sachbereichen. Er kann aber auch diesen helfen, den eigenen Horizont zu übersteigen.

Wenn ich noch dazu ein Theologe bin, ein theologischer Ethiker, ein Moraltheologe, dann heißt dies, dass ich auch ein bestimmtes Menschenbild einbringen kann, das von unserer christlichen Religion geprägt ist. Aber ich bin hier nicht die Stimme der Kirche und die Kirche selber – zu der alle gehören, die sich auf Christus beziehen – ist nicht in allen Fragen kompetent. Aber sie weiß sich verpflichtet, den Menschen zu helfen, damit ihr Leben gelingen kann. Sie begleitet den Menschen und reflektiert auf seine Fragen und Ängste. Sie will auch Hoffnung geben, wo manchmal rein menschliche Erwägungen an ein Ende kommen.

Es ist nun interessant, dass eines der Hauptgründe für neue ethische Erkenntnisse die so genannte Kontrasterfahrung ist. Menschen erfahren Dinge, bei denen ihnen spontan die Einsicht kommt: Das kann doch nicht richtig sein. So darf es nicht weitergehen. Das ist nicht mehr verantwortbar. Angestoßen dadurch wird dann nach Alternativen gesucht.

Bei der Verkehrs- und Transitproblematik sind es eindeutig solche Erfahrungen: Nicht nur, dass man im Verkehr stecken bleibt, sondern vor allem dass durch entsprechende Analysen, die Ärzte und andere Wissenschaftler machen, deutlich wird, dass die Gesundheit der Menschen an den Transitrouten schwer geschädigt wird, dass die Lebensqualität abnimmt, ja dass unsere Umwelt, die ja Lebenswelt ist, in die der Mensch eingebunden ist zusammen mit vielen anderen Lebewesen, schwer belastet, wenn nicht gar auf lange Sicht hin unwiderruflich geschädigt ist.

Um nun gemeinsam mit allen Verantwortlichen Alternativen zu suchen, muss zuerst einmal bedacht werden, was Mobilität und Verkehr ist, welche Funktion Straßen und andere Verkehrswege haben. Dann erst können Prioritäten den politisch Verantwortlichen empfohlen und von ihnen umgesetzt werden.

Mobilität und Verkehr im allgemeinen

Wir sollten also zuerst einmal auf unsere Worte achten. Was ist denn „Mobilität"? Dieses aus dem Lateinischen stammende Wort meint im Deutschen die Bewegungsfähigkeit. Bewegung ist das Charakteristikum für das Leben. Was sich nicht mehr bewegen kann, das ist tot. Dort ist jede Form von Bewegung aus sich selbst heraus erloschen. Alles bewegt und verändert sich um uns herum, von den niederen Formen des Lebens bis zu den höchsten Formen, bis hin zu den Wesen reiner und geistiger Bewegung. Im Wort Bewegung steckt übrigens auch das Wort Weg.

Das Gehen und Fahren auf Wegen und Straßen nennt man nun Verkehr. Aber Verkehr wird auch für die intimsten Formen menschlicher Begegnung verwendet, für den Geschlechtsverkehr, so unschön dieser Ausdruck hier vielleicht auch erscheinen mag, denn es färben dann auch negative Erfahrungen mit dem Verkehr auf diese Form der Begegnung ab. Verkehr steht aber im Dienst menschlicher Kommunikation.

Wenn also Mobilität für Leben steht und Verkehr für Kommunikation, dann geht es hier um Grundrechte des Menschen, die man nicht blockieren kann. Es geht nur darum, die vielschichtigen Formen von Mobilität und Verkehr in rechte Bahnen zu lenken. Auch die Tatsache, dass heute aufgrund der neuen technischen Möglichkeiten Mobilität und Kommunikation weltweit möglich sind, dass wir in globale Verkehrsströme eingebunden sind, ist zuerst einmal etwas Großes und Faszinierendes. Es ist aber auch eine Herausforderung für uns. Ebenso ist die Tatsache, dass durch den Zusammenbruch des eisernen Vorhangs nun in Europa die Verkehrsströme mit mittel- und osteuropäischen Ländern zunehmen, ist zuerst nichts Negatives. Wir stehen vor einer echten Europäisierung, vor einem Austausch und Zusammenwachsen von Kulturen und Völkern, die auch historisch und kulturell zusammengehören.

Verkehr und Straßen bei uns

Schauen wir jetzt aber konkret auf unser Land, das eine Brückenfunktion zwischen Nord und Süd einnimmt und durch das seit geschichtlichem Andenken immer wieder Menschen gezogen sind, vom Ötzi angefangen bis zu den großen Brummern auf unseren Straßen, bis den Hochgeschwindigkeitszügen, die in Zukunft vielleicht durch unser Land brausen.

Es gibt verschiedene Formen von Verkehr. Zuerst einmal den Verkehr der Menschen, die in unserem Land wohnen, die der Arbeit nachgehen, die zur Schule, zu Arzt und zu Behörden gehen müssen, die Einkäufe tätigen, die Wirtschaft treiben und so Waren ab- und zuliefern, die vom Tourismus leben, die auch in der Freizeit sich bewegen wollen. Auch dieser Verkehr hat neben den positiven und notwendigen Seiten auch seine negativen, die auf Mensch und Umwelt belastend wirken. Und dann gibt es den Transitverkehr, der uns anscheinend nur belastet mit Lärm und Giftstoffen, mit Behinderungen aller Art. Aber auch diesen Verkehr werden wir in gewissen Grenzen zulassen müssen, denn wir sind als Land eingebunden in andere Länder. Es ist unser gutes Recht, ja sogar unsere Pflicht hinzuweisen auf diese Belastungen, damit allmählich Europa auch als Solidargemeinschaft jene Regelungen einzuführen bereit ist, die unter Abwägung aller Vor- und Nachteile verantwortbar sind.

Es gibt nun den Verkehr auf der Schiene und den vielfältigen Verkehr auf Straßen. Der Schienenverkehr ist eindeutig umweltschonender, denn er erzeugt zumindest nicht jenen Ausstoß von Giftgasen, aber er erzeugt Lärm, er verlangt große Bauten und entsprechende Eingriffe in Landschaft und Umwelt. Aufgrund der relativ geringeren Umweltbelastung ist es eindeutig vorziehbar, zumindest den Transitverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, aber dies erfordert langfristige Planung. Vor allem aber ist eine effiziente Organisation verlangt, damit die Transporte auf der Schiene, was die Zeit, die Kosten und die Flexibilität betrifft, mit den Transporten auf der Straße konkurrieren können. Es geht hier auch um eine Abstimmung zwischen privatem und öffentlichem Unternehmertum. Es geht dann um schwierige Kosten- Nutzenrechnungen, wenn es um die Frage des Baus eines Brennerbasistunnels geht usw. Ich nenne hier einmal nur die Probleme.

Es gibt sodann den Verkehr auf der Straße, der uns heute besonders beschäftigt. Auch hier müssen zuerst einmal sehen, dass der Ausbau von Straßen durchaus der Entwicklung in unserem Lande gedient hat. Neben der Ermöglichung der elementaren Bedürfnisse unserer Bevölkerung selbst, war auch die Landespolitik davon getragen, der Entwicklung auch unserer Seitentäler und Berggebiete zu dienen. Im Gegensatz zu anderen Regionen Italiens und Frankreichs z.B., wo man Betriebe vor allem zentral in den großen Städten angelegt hat und so beigetragen hat zur Abwanderung der Bergbevölkerung, hat man bei uns entschieden, Klein- und Mittelbetriebe dezentral anzulegen, damit die Arbeiter auf ihren Höfen und Dörfern bleiben können und einen relativ kurzen Anfahrtsweg zur Arbeit haben sollen, ebenso hat man Höfe durch Forstraßen erschlossen und hat so z.B. auch den Urlaub auf dem Bauernhof möglich gemacht hat. Die Kombination von Landwirtschaft, Tourismus, Handwerk und kleineren Betrieben hat sich als zielführend erwiesen. Aber es ist auch klar, dass in unserer heutigen globalen Wirtschaftssituation, für die sich unsere Betriebe durchaus qualifiziert haben, immer mehr Rohwaren antransportiert und Fertigprodukte abtransportiert werden müssen, dass die Hebung des Wohlstandes auch den individuellen Verkehr erhöht hat. Dazu kommt der schon erwähnte Transitverkehr.

Verkehr, der zuerst im Dienste der Menschen gestanden hat, schlägt so ins Negative um, wird immer mehr zur Belastung.

Was den Individualverkehr betrifft, muss auch bedacht werden, welche symbolische Bedeutung das Auto gewonnen hat. Das Auto übernimmt zum Teil die Funktion einer Wohnung, man kann sich darin einrichten, man Musik hören, man kann in ihm sogar intim werden. Es ist zu einem Zeichen des Prestiges und des Reichtums geworden, es zieht so viele Wünsche auf sich und ist auch für die Wirtschaft als ganze eine der treibenden Faktoren. Vor allem ist nun zu beachten, dass besonders junge Menschen, die noch kein gefestigtes Selbstwertgefühl haben, dieses durch ein protziges Auto oder auch Motorrad kompensieren und zugleich auch durch ein entsprechendes Fahrverhalten imponieren wollen. Die Geschwindigkeit wird nun als berauschende Erfahrung der eigenen Macht und Stärke erlebt, man zeigt eine große Risikobereitschaft und lernt hier gleichsam am Modell, dass Gewalt ein Mittel der Konfliktlösung ist und Rücksichtslosigkeit letztlich zum Erfolg führt.

Man könnte hier über das Verkehrsverhalten und die vielen Unfälle eine ethische Reflexion anstellen. Aber für unser heutiges Thema, in dem vor allem die Umweltauswirkungen des Verkehrs im Vordergrund stehen, muss es uns zu denken geben, dass auch in unserem Land mehr Menschen in Folge der durch den Verkehr verursachten Luftverschmutzung sterben als durch Verkehrsunfälle.

Ein tragischer Verkehrsunfall, vielleicht sogar mit mehreren jungen Toten, erschüttert die Menschen, während das andere durch die verseuchte Umwelt verursachte Sterben vielfach unbeachtet bleibt. Unaufhörliche Aufklärung tut hier sicher not. Es zeigt sich hier, bei diesen schleichenden Phänomenen – wie bei der Klimaerwärmung oder auch der Bedrohung durch die Nuklearenergie – dass die menschlichen Gefühle nur eine bestimmte Reichweite haben. In einem vor kurzem in der „Frankfurter Allgemeinen" veröffentlichten Artikel wurde der folgende Ausspruch von Günther Anders zitiert: „Ermorden können wir Tausende; uns vorstellen vielleicht zehn Tote; beweinen oder bereuen aber höchstens einen". Und das Fazit war: Fürs Überleben der Menschheit sind Gefühle oder Phantasie kaum mehr zu mobilisieren. Dennoch braucht es unaufhörliche Medien- und Erziehungsarbeit, damit auch jener Druck entsteht, der Politiker zum Handeln zwingt. Gerade die verschiedenen Bewegungen und auch Kirchen und Religionen haben hier eine Aufgabe, denn es geht darum, jene Hoffnungspotentiale anzusprechen, jene Vorstellungen von einem guten Leben zu mobilisieren, welche die Menschen zu einem auch längerfristigen und solidarischem Einsatz befähigt.

Ethische Verantwortung der Einzelnen

Wir leben Gott sei Dank in einem demokratischen System, der auf die Eigenverantwortung der Einzelnen setzt. Eine Reduzierung des Individualverkehrs ist durchaus möglich. Erziehungsarbeit dazu in den Schulen, in den Vereinen und Bewegungen in den Kirchen ist durchaus möglich. Indem vor allem vermittelt wird, was ein gutes, gelingendes Leben ausmacht. Dass es in unserer heutigen Konsumwelt die Tugend des Maßhaltens braucht, dass unser Umgang mit der Zeit neu bedacht werden muss: wir brauchen Zeiten der Ruhe und Besinnung, damit die Seele nachkommt, wir brauchen auch als Gegengift gegen allen Stress eine neue Langsamkeit, wir müssen überlegen, wie wir mit dem Sonntag und mit der Freizeit umgehen, was den Aufbau von stabilen Beziehungen in unseren Familien und im Freundeskreis fördert.

Es ist so eine große Überlegung zu den neuen geforderten nachhaltigen Lebensstilen im Gange. Es gibt in Italien z.B. die Bewegung der so genannten „Bilanzen der Gerechtigkeit", wo 600 Familien sich zusammengeschlossen haben, um jeden Monat sich Rechenschaft abzulegen über das eigene Konsumverhalten, wie es ihnen gelungen ist, von traditionellem Konsum auf solidarischem Konsum umzusteigen: dabei steht gerade die Zeit für soziale und kulturelle Werte eine große Rolle. In der Jugenderziehung muss vor allem Wert gelegt werden auf die Herausbildung eines gesunden Selbstwertgefühls, das nicht mehr angewiesen ist auf die Vergötzung des Autos und der Geschwindigkeit, auf eine frenetische Suche nach immer neuen Erlebniswerten.

Diese Erziehungsarbeit braucht dann institutionelle Hilfen durch die öffentliche Hand, indem z.B. Fahrradwege gebaut, bestimmte Verkehrsbeschränkungen auferlegt werden, indem der öffentliche Verkehr, vor allem durch die Eisenbahn effizienter gemacht wird, dass das Car-Sharing gefördert wird, dass im Grunde es sich auszahlt, weniger mit dem eigenen Auto zu fahren. Viele effiziente Erziehung geschieht eben über den Druck auf das eigene Geld.

Verantwortung der öffentlichen Hand und der Wirtschaft

Damit sind wir eben schon bei der öffentlichen Hand, welche viele Möglichkeiten des Eingriffs hat sowohl über die Steuergesetzgebung wie über die Ausgabenpolitik im Verkehrswesen. Was die Steuern betrifft, so ist vor allem Kostenwahrheit verlangt. Es geht nicht an, dass die Folgekosten für den Verkehr bloß auf die Allgemeinheit abgewälzt werden. Es muss vielmehr das Verursacherprinzip gelten. Wer Schaden und Belastungen verursacht, muss dafür aufkommen. Unter dieser Rücksicht ist die ganze Energiefrage zu diskutieren.

Die Marktpreise für fossile Brennstoffe, vor allem für das Mineralöl, sind immer noch zu niedrig, weil in keiner Weise einberechnet wird, welche Schäden für Gesundheit und Umwelt ihre ausgestoßenen Treibgase verursachen. Eine andere Energiepolitik könnte sowohl die Entwicklung der Forschung für alternative Energien vorantreiben und die jetzt zur Verfügung stehenden Energien auch kostengünstiger machen. Sie verstehen, dass es hier um Entscheidungen auf Weltebene geht. Der Weg dafür ist lang, wie die Erfahrungen mit dem Kyotoprotokoll oder auch mit Johannesburg gezeigt haben. Langfristig werden aber jene Staaten draufzahlen, die sich hier der Innovation versperren. Es geht auch darum, dass die ganze Industrie nicht mehr auf das Auto als den Motor der Entwicklung setzt. Otto von Habsburg hat kurzem, am 20.1.2003 in Bozen ausgeführt, dass die Zukunft wieder bei der Landwirtschaft liegen wird, die neben der Landwirtschaft vor allem auch Biomasse erzeugt, allgemein im Dienste der Lebenswissenschaften steht – bei allen Herausforderungen, die auch dies bedeutet.

Kostenwahrheit heißt aber auch, dass zum Beispiel die Bedingungen für den Güterverkehr gerecht sind, dass überall, in allen europäischen Ländern die Treibstoffe gleich besteuert werden, dass es keine Unterschiede zwischen den Bedingungen für die Frächter in den verschiedenen Ländern gibt, dass Steuergelder von der Straße auf die Schiene verlegt werden, dass vor allem der Verkehr, welcher nur Steuervorteile für die Produktion bestimmter Güter in den einzelnen Ländern ausnutzt, aufhört.

Im Sinne der Subsidiarität und Regionalisierung in Europa sind auch regionale Kreisläufe zu fördern, gerade auch um mehr Garantien für die Qualität vor allem der Lebensmittel zu haben.

Schlusswort

Mir ist bewusst, dass all diese Überlegungen Fernziele sind und dass die Umsetzung sehr schwierig ist. Es braucht noch vielmehr politischen Konsens in Europa, es braucht eine nachhaltige Politik auch für die Beitrittskandidaten der Europäischen Union. Was zu vermeiden ist, das ist ein Fundamentalismus, der nur das eigene Problem sieht, der vielleicht unrealistisch zu maximale Forderungen stellt oder gegen jeden Kompromiss ist. Es braucht ideelle Kommunikation und das Erzielen von Konsens zuerst, damit auch der Verkehr im Dienste der Kommunikation stehen kann.

Prof. Dr. Karl Golser

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Informationsabend mit Diskussion

Bruneck, Kolpinghaus, 31. Jänner 2003 , 20.00 Uhr


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Verkehr und Gesundheit – Anmerkungen eines Arztes

Täglich legt jeder von uns etwa 3 längere Wegstrecken zurück. Knapp die Hälfte dieser Reisen finden im Rahmen der Freizeit statt, etwa 30 % für Arbeits- oder Schulweg, knapp 20% zum Einkaufen. Dabei bewegen wir uns immer weniger auf unseren eigenen Füßen fort und immer mehr mit dem Auto: Die Hälfte aller Autofahrten sind kürzer als 6 km, ein Drittel kürzer als 3 km und ein Achtel sogar kürzer als 1 km.

„Verkehr und Gesundheit" lautet mein Thema. Das heutige Verkehrssystem beeinträchtigt unsere Gesundheit durch

Bewegungsmangel

Luftschadstoffe

Unfälle

Lärm

indirekt durch klimaverändernde Treibhausgase

durch Auswirkungen auf das soziale Umfeld und auf die kindliche Entwicklung.

Auf Grund der knapp bemessenen Zeit beschränke ich mich auf die 2 erstgenannten Bereiche, nämlich: Beeinträchtigung der Gesundheit durch Bewegungsmangel und durch Luftschadstoffe.

Zum ersten: Unsere Mobilität nimmt zwar unaufhaltsam zu, gleichzeitig verkümmert die körperliche Aktivität des einzelnen. Kurz gesagt: Verkehr macht beweglich, nimmt aber gleichzeitig gesunde Bewegung. Bewegungsmangel hat in den Industrieländern erschreckende Ausmaße erreicht: Ein Drittel der Bevölkerung bewegt sich kaum, ein weiteres Drittel in einem gesundheitlich unzureichendem Maß.

Zu den Folgen des Bewegungsmangels gehören die Zunahme von Herzkreislaufkrankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall und Bluthochdruck (die Risikozunahme ähnelt der durch Rauchen!), die Zunahme von Erwachsenendiabetes (Zuckerkrankheit), die Zunahme von krankhaftem Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin), verfrühtes Einsetzen der Osteoporose, und damit Häufung von Knochenbrüchen bereits bei einfachen Stürzen (besonders Oberschenkelhals- und Wirbelbrüche) und die Zunahme von Brust- und Dickdarmkrebs.

Nun aber einige Anmerkungen zu den Auswirkungen der Luftschadstoffe auf unsere Gesundheit. In den europäischen Städten wird etwa 60-80% der Luftverschmutzung durch den Autoverkehr verursacht. Verbrennungsmotoren stoßen einen regelrechten Cocktail an giftigen Substanzen aus. Mit jedem Atemzug nehmen wir diese Schadstoffe in unsere Lunge, in unseren Körper auf.

Nur erwähnen möchte ich das Treibhausgas Kohlendioxid, das Atemgift Kohlenmonoxid und das krebserregende Benzol. Etwas näher gehe ich auf die Stickoxide und auf die Feinstäube ein:

Stickoxide entstehen bei Verbrennung von Treibstoffen, und zwar bei Dieselmotoren 3 mal mehr als bei Benzinmotoren. Sie wirken aggressiv auf die Atemwege und die Lunge und führen zu Entzündungen in diesem Bereich. Kurzzeitig kann das zu Husten, Atembeschwerden und blutigem Auswurf führen. Dauerbelastungen, wie sie an vielbefahrenen Straßen auftreten, erhöhen das Risiko an chronischer Bronchitis zu erkranken. Langfristig kann es zu einem Abbau von Lungengewebe kommen, zum sogenannten Lungenemphysem.

Aus Stickoxiden bildet sich unter Sonneneinwirkung außerdem das Reizgas Ozon, das vor allem im Sommer zu erheblichen Atemproblemen führen kann.

Und nun zur Problematik der Feinstäube. Man versteht darunter Mischungen aus winzigen Partikeln mit einem Durchmesser von weniger als 10 µm, daher auch die Bezeichnung PM10, die eingeatmet werden können. Diese Teilchen weisen eine sehr unregelmäßige gefurchte Oberfläche auf, in der sich andere gefährliche, teilweise krebserregende Substanzen festsetzen können (z.B. das Benzol). Je kleiner die Partikel, desto tiefer können sie in die feinen Aufästelungen der Lunge, schließlich in die Lungenbläschen gelangen. Die kleinsten Bestandteile können sogar über die Lunge in das Blut übertreten und zu Schäden in entfernteren Organen führen. In der Lunge werden Entzündungsprozesse in Gang gesetzt, die Abwehrsysteme des Körpers werden geschwächt, Krebs kann sich leichter bilden. Die Empfindlichkeit der kleinen Lungenverästelungen auf Allergene, z.B. Pollen, wird verstärkt, was zur Zunahme von Asthma führt.

Woher stammen diese Feinstäube? In erster Linie aus den Auspuffgasen, vor allem Dieselabgasen, in geringerem Maß aus Bremsen- und Reifenabrieb. Ein moderner Dieselmotor stößt etwa 100 bis 1000 mal mehr Staubpartikel aus als ein Benzinmotor mit Katalysator. Moderne Dieselmotoren produzieren zwar weniger große Rußteilchen. Die ultrafeinen unsichtbaren Staubteilchen, die nicht mehr abgehustet werden können, die tief in die Lungen und sogar ins Blut gelangen, werden aber von modernen Dieselmotoren überhaupt nicht reduziert. Spezielle hochwirksame Partikelfilter gibt es auf dem Markt (Peugeot und Citroen arbeiten damit); geradezu skandalös ist aber die Tatsache, dass diese Technologie von anderen Automarken nicht aufgegriffen wird.

In den letzten Jahren hat die WHO (Weltgesundheitsorgansition) mehrere große Untersuchungen in den Alpenländern zu den Zusammenhängen zwischen verkehrsbedingter Luftverschmutzung und Gesundheit durchführen lassen. Die Auswirkungen wurden im Jahr 2001 für Südtirol berechnet. Die Ergebnisse sind erschreckend:

In Südtirol sterben jährlich 120 bis 200 Menschen in Folge der Luftverschmutzung, das sind deutlich mehr als die 70-100 Toten, die jährlich auf Grund von Verkehrsunfällen zu beklagen sind! Jährlich sind 150 bis 250 zusätzliche Fälle von chronischer Bronchitis auf die Luftverschmutzung zurückzuführen. Jährlich gehen 800 bis 1350 Asthmaanfälle bei Kindern, und 2230 bis 3720 der Asthmaanfälle bei Erwachsenen auf das Konto der Luftverschmutzung. Krankenhausaufenthalte wegen Lungen- und Herzerkrankungen nehmen deutlich zu, ebenso die Krankenstände.

Die Zusammenschau von zahlreichen anderen Untersuchungen zeigt, dass eine langfristige Belastung mit Dieselabgasen zu einer Zunahme des Lungenkrebsrisikos um ca. 60% führt. Eine amerikanische Untersuchung zeigt, dass Kinder mit Krebserkrankungen 60% öfter an Straßen mit hoher Verkehrsdichte leben als Kinder ohne Krebserkrankungen. Dieselruß und Benzol verursachen in Deutschland 8000 mal Lungenkrebs jährlich!

PM10 sind bereits in niedrigster Konzentration gesundheitsschädigend.

EU-weit wurden im vergangenen Jahr Warnwerte bzw. Grenzwerte festgelegt. Diese Werte werden in den nächsten 8 Jahren kontinuierlich gesenkt. Bei häufigen Überschreitungen müssen Maßnahmen zur Schadstoffsenkung getroffen werden.

Die in der EU für 2010 angestrebten Werte gelten in der Schweiz bereits seit 1998. In Bozen wurden die Warnwerte im Jänner 2002 bereits 11 mal überschritten, in Bruneck 4 mal. Die Feinstäube werden durch Wind verfrachtet und sind auch in Lagen, die nicht unmittelbar an der Straße liegen, noch in hoher Konzentration enthalten. Feinstäube in der Außenluft bilden den Hauptbestandteil der Schadstoffe in Innenräumen, sofern dort nicht geraucht wird, und das auch bei geschlossenen Fenstern.

Im folgenden will ich der Frage nachgehen, welche Zusammenhänge zwischen Schadstoffkonzentrationen einerseits und Topographie und Wetter andererseits bestehen?

Eine Studie zu diesem Thema wurde vor einer Woche im Landhaus vorgestellt. In den Alpentälern besteht ein wesentlich geringerer Luftaustausch als im Flachland. Die Schadstoffbelastung ist bei gleichem Verkehrsaufkommen in einem Tal etwa 3 x höher als im Flachland. In unseren Tälern kommt es im Winter und nachts regelmäßig zu sogenannten Inversionslagen, d.h. am Talboden bildet sich ein Kaltluftsee, in der Höhe verhindern wärmere Luftschichten das Aufsteigen der verschmutzten Luft aus dem Tal. Abgase und Rauch sammeln sich am Talboden wie unter einer Glocke. Ein Beispiel aus der Studie: In einem Abstand von 300 m zur Autobahn ist die Luftbelastung in einer Winternacht bei gleichem Verkehrsaufkommen ca. 5 mal so groß wie im Sommer tagsüber direkt neben der Autobahn! Ein weiteres Problem: Katalysatoren funktionieren erst bei erwärmtem Motor. Die Kurzstreckenfahrten belasten die Luft also mit besonders viel Schadstoffen. Viele Autofahrer wissen über diese Zusammenhänge nicht Bescheid, oder sie verhalten sich verantwortungslos. Ein Beispiel: Am kalten Wintermorgen werden Kinder mit dem Auto zur Schule, zum Kindergarten gebracht. Das Kind wird in den Kindergarten begleitet. Der Automotor wird inzwischen nicht abgestellt. Kinder atmen in Höhe der Auspuffwolken, ihre Nasen bewegen sich im ärgsten Dreck. Das Bronchialsystem reagiert bei Kindern besonders sensibel. Asthma und Bronchitis sind die Folge. Außerdem haben im Kindesalter gesetzte Schäden viele Jahre Zeit, um sich zu schweren Erkrankungen, auch Krebskrankheiten zu entwickeln.

Man könnte meinen, moderne Autos produzieren weniger Schadstoffe, seien sauberer. Das stimmt nur zum Teil. Die Bleibelastung ist seit Einführung des bleifreien Benzins deutlich gesunken. Stickoxidemissionen sind entgegen international getroffenen Vereinbarungen sogar angestiegen. Feinstäube von Dieselmotoren werden trotz technischer Möglichkeiten nur ganz selten durch Partikelfilter abgefiltert. Die Zunahme der Autoanzahl, die Zunahme der gefahrenen Kilometer und die Tendenz zu größeren Hubräumen machen viele durch technische Fortschritte erzielte Verbesserungen wieder zunichte.

Verkehr und Gesundheit. Ich habe in meinen Ausführungen nur einige Bereiche dieses Themas gestreift und möchte abschließend jene Konsequenzen aufzählen, die wir in unserem eigenen Interesse und in dem unserer Kinder ziehen müssen:

Gesundheitsförderliche Bewegung in den Tagesablauf fix einplanen. Gut geeignet sind 30 Minuten schnelles Zu-Fuß-Gehen oder 30 Minuten Radfahren. Dadurch können wir das Herzinfarktrisiko um 50% reduzieren. Das Risiko eine Zuckerkrankheit zu entwickeln. senken wir ebenfalls um 50%. Bluthochdruck tritt seltener auf. Dickdarm- und Brustkrebsrisiko werden gesenkt. Depressionen und Angststörungen treten seltener auf. Die Osteoporose wird verzögert, damit Knochenbrüche besonders im Alter über 50 Jahren vermindert. Ältere Personen bleiben länger selbständig. Bei Kindern verbessert sich durch ausreichende Bewegung Ausdauer und Aufmerksamkeit in der Schule, und damit auch der Schulerfolg. Dieses Bewegungsprogramm kann oft schon durch den Verzicht auf das Auto bei kurzen alltäglichen Wegen erfüllt werden (Arbeitsweg, Einkaufen, Wege zur Freizeitgestaltung).

Wählen wir häufiger die öffentlichen Verkehrsmittel, bilden wir Fahrgemeinschaften, gewöhnen wir uns an einen umweltschonenden Gebrauch des Autos.

Denken wir beim Autokauf an die besonders schädlichen Dieselabgase.

Bevorzugen wir beim täglichen Einkauf lokale Produkte, die keine langen Transportwege hinter sich haben.

Von unseren politischen Verantwortungsträgern, unseren Vertretern in Gemeinde, Stadt, Land, Staat, auch auf Europaebene muss mit Nachdruck

eine massive Förderung des öffentlichen Verkehrs eingefordert werden. Er muss viel attraktiver werden. Das heißt fürs Pustertal: ein Stundentaktverkehr der Bahn über den ganzen Tag bis in den späten Abend; optimale Zug- und Busverbindungen an den Bahnhöfen; Verkürzung der Reisezeit nach Bozen, etwa durch den Bau einer kurzen Bahnschleife in Aicha hin zur Brennerlinie; attraktive Haltestellen.

Gefordert werden muss die obligate Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene auch im Pustertal.

Ein Nachtfahrverbot für den Schwerverkehr muss angestrebt werden und zumindest für die Wintermonate dringend verlangt werden (Problematik der Inversionswetterlagen)

Funktionierende Dieselrußfilter müssen für LKW und PKW dringend gefordert werden.

Geschwindigkeitsbeschränkungen sind durchzusetzen, wie es auch im Landestransportplan vorgeschlagen wird. Geschwindigkeitsbeschränkung ist nicht vereinbar mit großen Ausbauaktionen an den Straßen. Höhere Geschwindigkeiten, mehr Fahrzeuge bewirken höhere Schadstoffbelastungen, bewirken stärkere negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit.

Für das Pustertal ist ein transiteinladender Ausbau der Straße absolut zu vermeiden!

In den Gemeinden sind die körperlich aktiven Verkehrsarten zu fördern, also das Zu-Fuß-Gehen und das Radfahren. Dafür muss ein Gehwege- und Radwegenetz ausgearbeitet und in den Bauleitplänen eingetragen werden. Vor allem Kindergarten- und Schulbereiche müssen vom Autoverkehr geschützt werden.

Das nach der Straßenverkehrsordnung verbotene und vom gesundheitlichem Aspekt sehr bedenkliche Laufenlassen des Motors bei stehendem Auto ist streng zu kontrollieren und zu bestrafen. Aufklärungsarbeit ist dringend notwendig.

Ich will kein Feindbild Auto entwerfen, es geht aber darum, das Problem zu erkennen und zu einem vernünftigen Einsatz der verschiedenen Verkehrsmittel, auch des Autos zu kommen. Dem Auto darf nicht mehr Wert zugemessen werden als dem Recht des Menschen auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Wir sind ja alle Fußgänger, viele sind zugleich Autofahrer, immer mehr auch Radfahrer, mehr oder weniger sind wir Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir müssen auch im eigenen Interesse lernen, unsere Mobilitätsbedürfnisse vernünftig zu befriedigen, und dazu gehört ganz sicher, mehr unsere Füße und unser Hirn zu bewegen, und weniger das Lenkrad und das Gaspedal.

Dr. Gottfried Kühebacher

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Informationsabend mit Diskussion

Bruneck, Kolpinghaus, 31. Jänner 2003 , 20.00 Uhr


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In Val Pusteria bisogna arginare il traffico automobilistico

Avevo deciso di non espormi, ma avrei commesso un grande errore. Sono convinto, che nel corso degli ultimi quindici anni il mio contributo personale sia servito in modo notevole a mettere in luce i vari retroscena che riguardano il problema della mobilità.

Tra le innumerevoli cose solo tre:

- viaggio a piedi da San Candido a Bolzano nell'aprile del 1989, per richiedere al consiglio provinciale ed in particolare al presidente Durnwalder, di fare tutto il possibile per stralciare dagli accordi internazionali di Genf del 1975, la E 66, strada di grande comunicazione internazionale (cosa che fino ad oggi non è avvenuta);

- viaggio a piedi da San Candido a Strasburgo nell'agosto del 1990, per consegnare al parlamento europeo una petizione dove richiedevo tra l'altro, lo stralcio della E 66, di bloccare la costruzione di tutte le strade sopradimensionate, l'introduzione del divieto di transito notturno, la limitazione del tonnellaggio ed il potenziamento della ferrovia;

- da ultimo il convegno in favore della ferrovia, tenutosi a Dobbiaco presso il Grand Hotel.

Come abbia reagito in proposito «il Durnwalder» e menziono di proposito solo lui, perché gli altri possono sì parlare, ma non hanno nulla da dire, potete constatarlo di persona girando la Pusteria in macchina e per quanto riguarda i mezzi pubblici, in treno.

Ma veniamo al tema in questione. Noi ci troviamo in Pusteria, per quanto riguarda il traffico ed i danni da esso causati, in una situazione a dir poco catastrofica.

Vi farò un esempio per farvi notare come fino ad oggi abbiamo reagito. Prendo come modello San Candido, dove abito, sommerso in molti periodi dell'anno, come molti paesi della Pusteria, dal traffico.

Qui si è deciso di chiudere parte del centro al traffico e di fare una cosiddetta isola pedonale ed in effetti in questo tratto non c'è più traffico. Questo traffico però non è sparito, è stato volutamente spostato ad hoc, in altre zone del paese. Quindi non abbiamo affatto risolto il problema alla radice, cioè diminuire il traffico, ma lo abbiamo semplicemente spostato dalla zona degli abitanti di prima categoria, alla zona degli abitanti di seconda e terza categoria.

La stessa cosa facciamo lungo la strada della Pusteria dove non affrontiamo il problema alla radice, cioè prendere provvedimenti per diminuire il traffico sulla strada per incentivare l'uso dei mezzi pubblici, bensì «circonvalliamo» il problema spostando il tutto da un paese all'altro. Questa strada viene di fatto costruita in base ad un piano, dove è previsto un traffico il doppio di quello attuale.

Lucio Tarini, San Candido

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Informationsabend mit Diskussion

Bruneck, Kolpinghaus, 31. Jänner 2003 , 20.00 Uhr

Intervento all’ 31.01.03 al convegno sul traffico


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Verkehrskonzept Pustertal: Zur Erinnerung – FORUM/Dez/2002

Das Forum ruft eine Pressemitteilung in Erinnerung, die ich am 23. November 2001 in Zusammenhang mit einem Beschlussantrag zu Bahn und Straße im Pustertal verschickt habe. Mit welchem Zwecke? Um zu unterstellen, dass es bei der Pressemitteilung geblieben ist?

Wider besseres Wissen handeln, wie erfolgt, unterstreicht die böswillige Absicht, den FORUM- Leserinnen und –Lesern einzuflüstern, dem Unterfertigten genauso wie den angeführten weiteren SVP-Abgeordneten im Südtiroler Landtag sei nicht zu trauen, sie produzieren nur Worte, nur Schall und Rauch.

FORUM weiß, dass ein Beschlussantrag zunächst erarbeitet werden muss (Oktober). Dann muss er Mitunterzeichnerinnen und Mitunterzeichner finden, damit er Aussicht hat, in der SVP-Landtagsgruppe eine Mehrheit zu finden. Nach erfolgter Verabschiedung durch die Gruppe (November) kommt der Beschlussantrag auf die Tagesordnung des Landtages. Bis zur Behandlung vergingen vier Monate. Am 10. April 2002 hat der Landtag ohne Gegenstimme nachfolgenden Beschluss gefasst:

Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und des Warenverkehrs auf der Schiene im Pustertal

Die Pustertaler Staatsstraße kommt in den nächsten zehn Jahren aus dem Bauen, Umbauen und Ausbauen nicht heraus. Viele Milliarden werden investiert, um die Straße schneller und sicherer zu machen sowie den „neuen und zukünftigen Erfordernissen anzupassen". Das erklärte Nein zur Alemagna darf nicht „klammheimlich" zu einer Pustertaler Schnellstraße führen. Umfahrungen sollen kurze Führungen haben. Nahverkehrskonzepte der Gemeinden müssen in bezirks- und landesweite Verkehrslösungen eingebaut werden. Der öffentliche Nahverkehr und Gütertransport auf der Schiene ist der Straße gleichrangig und deshalb auszubauen.

Bezogen auf die Pustertaler Bahn fordert der Südtiroler Landtag die Südtiroler Landesregierung auf, gemäß folgenden Forderungen unverzüglich aktiv zu werden:

Bahnhöfe und dazugehöriges Areal müssen benützerfreundlich erschlossen, gestaltet und gewartet werden.

Der Busverkehr ist dem Schienenverkehr zuzuordnen, hat vor allem Zubringerdienst zu leisten und die peripheren Gemeinden zu versorgen.

Taktverkehr von fünf Uhr früh bis 24 Uhr sowie die direkten Verbindungen zwischen Innichen und Bozen sind auszubauen und in den Fahrplan 2002-2004 aufzunehmen.

Lienz ist, wie mit Innsbruck und Trient bereits erfolgreich umgesetzt, in das Wertkartensystem zu integrieren.

Die Bahnverbindung Innsbruck- Bruneck- Lienz- Klagenfurt ist in das regionale Versorgungsnetz einzubinden und somit auch über das Jahr 2002 hinaus zu sichern.

Die Bemühungen um einen kundenfreundlichen Bahnservice einschließlich Information, Lesbarkeit von Fahrplänen, Wertkartenverkauf, Pünktlichkeit, Zielgruppenbetreuung, Ernstnehmen von Beschwerden usw. sind zu verstärken, damit das „Fahren mit der Bahn" eine spürbare Alternative zum automobilen Verkehr wird.

Die von einzelnen Gemeinden vorgelegten Nahverkehrskonzepte sind nachhaltig zu fördern und somit Verkehrslinien von Gemeinden unverzüglich und positiv zu bearbeiten.

Gezeichnet von den SVP-Landtagsabgeordneten:

Herbert Denicolò und

Dr. Walter Baumgartner, Seppl Lamprecht, Rosa Thaler, Dr. Richard Theiner, Roland Atz, Arthur Feichter, Dr. Martina Ladurner, Dr. Siegfried Messner, Dr. Franz Pahl, Albert Pürgstaller, Dr. Martha Stocker, Hermann Thaler.


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Leserbrief

Wirtschaft und Straße

Die letzten Veranstaltungen zur Verkehrs- und Transitproblematik in St. Lorenzen, in Brixen und in Bruneck haben gezeigt, dass die Bevölkerung aufgewacht ist. Den großen Erfolg kann man von der starken Beteiligung ableiten und er lässt wieder hoffen. Die Leute wollen nämlich mitbestimmen, was mit ihrem Lebensraum passiert!

Letzhin habe ich öfters mit Gästen über die lokale Verkehrssituation gesprochen. Niemand hat sich über die bestehende Situation beschwert, nicht einmal ein Tagestourist aus Verona. Ein Unternehmer aus Brescia meinte gar, ab der Autobahn in Vahrn fängt für ihn der Urlaub an. Bei einer langsameren Fahrt durchs Tal hat er nämlich Zeit, die schöne Landschaft und die Dörfer zu bewundern. Deshalb ist es ihm egal, ob er für die Strecke im Pustertal länger braucht. Dagegen glauben viele Wirtschaftler, weiter denken zu müssen, als die Gäste meist wollen. Dauernd wird die Konkurrenzfähigkeit ins Spiel gebracht. Das Gegenteil aber trifft zu: eine kleine Straße ist gar ein Schutz für unsere lokale Wirtschaft! Die meisten Kleinhandwerker arbeiten fast ausschließlich hier und für jene, die exportieren, spielt es keine Rolle, ob sie mit ihren Produkten acht oder achteinhalb Stunden unterwegs sind. Auch der Top-Tourismus spielt sich genau in den Orten ab, welche schwieriger erreichbar sind: Corvara, Wolkenstein und auch Sexten. Deshalb schützt uns eine kleine Straße vor dem harten Tagestourismus, der viele Probleme mit sich bringt und auch vor dem belastenden Transitverkehr.

Albert Willeit
Obmann Landesverband für Heimatpflege, Bezirk Pustertal


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Transitinitiative Südtirol/Sudtirolo- Mitglied werden:

Wer sich bei der Transitinitiative Südtirol einschreiben möchte (Mitgliedbeitrag E 10 oder Spende) kann dies bei Walter Harpf – Stadtgasse 53a, Keramik Kuntner.

Damit bekommt man monatlich die TIS- News und bei Internet-Anschluss die jeweils aktuellen Infos.

Transitinitiative Südtirol


WERBUNG

Wozu?

Mitglieder erklären sich bereit, bei ihren Auto-Fahrten gegen einen Unkostenbeitrag (der zweimonatlich über die Mobility-Zentrale verrechnet wird) andere Mitglieder mitzunehmen, mit denen sie sich zu einer spontanen Fahrgemeinschaft zusammenschließen. Geeignet besonders auch bei kurzen Strecken!

Machen auch Sie mit, als Fahrer und/oder Mitfahrer! Je mehr Teilnehmer, umso mehr Fahrgelegenheiten!

Beitrag zur Umweltschonung durch Verkehrsverminderung - potentiell und im Idealfall: ein Auto mit fünf Leuten anstatt fünf Autos mit einer Person! = 80 % weniger Verkehr!

Eigene Kosten reduzieren

Individuelle Freiheiten der Teilnehmer bleiben gewahrt

Hohe Benutzerfreundlichkeit

 

Daher:

Jetzt handeln — jetzt beitreten — jeder Kilometer za(ä)hlt!

 

Kontakte und Infos:

Internet: http://www.mobility-online.org/

(Anmeldeformular und Geschäftsordnung zum downloaden – Passfoto und 10 Euro Beitrittsgebühr beilegen!)

E-Mail: info@mobility-online.org

Tel.: 349 / 38 26 979

Molling Hermann


WERBUNG

Offener Brief an Südtirols Handwerkerinnen und Handwerker

Liebe Handwerkerinnen und Handwerker,

wir von der Transitinitiative Südtirol - Sudtirolo haben uns zusammengeschlossen, um etwas gegen den ausufernden Transitverkehr und die Belastungen durch den Verkehr im allgemeinen zu unternehmen. Wir wollen es nicht mehr länger hinnehmen, dass wir systematisch vergiftet werden, dass unsere Kinder und wir erkranken und dass 100 bis 200 Südtirolerinnen und Südtiroler jährlich an den Auswirkungen des Verkehrs sterben.

Wir halten es für grundfalsch, wenn nun versucht wird, unsere Tätigkeit als Angriff auf die Wirtschaft darzustellen. Exponenten Ihres Verbandes glauben, uns bekämpfen zu müssen und stellen sich in der Öffentlichkeit sogar als Verfechter einer uneingeschränkten Liberalisierung des Transitverkehrs dar.

Dabei sind wir Transitgegner die natürlichen Verbündeten der klein- und mittelständisch strukturierten Regionalwirtschaft. Denn hinter der mächtigen Transportlobby und dem Ruf nach schrankenloser Liberalisierung steckt die Erdölwirtschaft, die Großindustrie, die internationale Bauwirtschaft und weltweit fließendes Großkapital.

Wenn nun sogar Kriege angezettelt werden, um den Einfluss dieser Lobbys zu sichern, können Sie sich vorstellen, wie viel Rücksicht diese Interessengruppen auf Klein- und Mittelunternehmen nehmen. Im Transportwesen kann man erkennen, wie hart es die Kleinen haben, im Wettbewerb zu bestehen. Wenn sie jetzt auch noch mit Billiglohnländern in Konkurrenz treten müssen, wird es noch enger.

Schuld an dieser Entwicklung ist die durch unsere Steuerleistung unterstützte systematische Verbilligung des Straßen-Transports, der auch dazu führt, dass unser Wirtschaftssystem immer arbeitsteiliger wird, ohne dass Mehrwert entsteht. Heute ist es billiger einen Tisch von Litauen nach Bozen transportieren zu lassen, als ihn hier herzustellen. Es zahlt sich auch nicht mehr aus, unser Holz zu verwenden und dass die Schweine für den Südtiroler Speck in Holland aufgezogen werden, ist schon ganz normal geworden. Absurd: Das Transportvolumen steigt stark, während die Wirtschaft stagniert.

Es würde den Rahmen dieses Schreibens sprengen, diese Debatte hier weiter zu vertiefen. Wir würden sie aber gerne mit Ihnen führen. Denn wir kommen angesichts des Transitwahnsinns zum Schluss, dass mit unserem ganzen Wirtschaftssystem etwas nicht mehr stimmt und dass diese Entwicklung letztendlich auch für Ihre Existenz bedrohlich werden könnte.

Bitte laden Sie uns zu Ihren Versammlungen auf Orts-, Bezirks- und Landesebene ein, damit wir unsere Argumente auf konstruktive Art und Weise austauschen können. Auf angeregte Debatten im Sinne unserer gemeinsamen guten Zukunft freut sich

Ihre

Transitinitiative Südtirol – Sudtirolo

Markus Lobis
Sprecher

 

Vorstandsmitglieder: Verena Debiasi, Sepp Kusstatscher, Walther Dorfmann, Walter Harpf, Dagmar Gnieser, Lisi Ladinser, Klauspeter Dissinger, Konrad Stockner, Hanspeter Niederkofler.

Transitinitiative Südtirol/Sudtirolo: Mitglied werden.

Wer sich bei der Transitinitiative Südtirol einschreiben möchte (Mitgliedbeitrag E 10 oder Spende) kann dies bei Walter Harpf – Stadtgasse 53a, Keramik Kuntner.

Damit bekommt man monatlich die TIS- news und bei Internet- Anschluss die jeweils aktuellen Infos.


WIRTSCHAFT

Muh

Jedes Jahr bringt seine Überraschungen mit sich. Dieses Jahr hat mich zur Kuh gemacht. Genau genommen zu einer Milchkuh. Und gemolken werde ich von nicht geringeren Händen als von jenen viel beschäftigten und glatten unsere Gemeindeverwalter. Anscheinend sind die die Schlagzeilen über die allgemeinen Preisanstiege des letzten Jahres wirkungslos abgeprallt und hatten somit auch keine Auswirkung über eine Steigerung der Feinfühligkeit hinsichtlich der Belastbarkeit der Haushalte zur Folge. Mit den bevorstehenden Gebührenerhöhungen im Auge und als Bestätigung der Aussendungen des Verbraucherschutzes, haben sie sich für die Nichtbesitzer von Garagen oder privaten Abstellplätzen mit Wohnsitz in zentraler Lage eine besondere Überraschung ausgedacht: Eine Jahresplakette als Parkerlaubnis zum Preis von stattlichen 200 Euro, falls das reiflich durchdachte Limit für die Genehmigungen nicht bereits erreicht ist. Ansonsten muss der Ausschuss erst über eine Erhöhung des Kontingentes befinden. Wenn man die Vignette hat, Bürokratie sei Dank, dann bezieht sich die bezahlte Parkerlaubnis strikt auf Parkplätze in der Nähe des Wohnsitzes und wenn diese besetzt sind dann – Pech gehabt! Gleichzeitig werden laut Aussagen der zuständigen Beamten die verbliebenen freien Parkplätze in kostenpflichtige bzw. zeitbegrenzte umgewandelt. Natürlich hat man vor lauter Bürgernähe eine Pressemittelung in dieser nicht gerade glänzenden Entscheidung „vergessen". Nun, wohin mit der Karre? Nach Percha? „Zufußgehen" meinte ein Gemeinderat auf meine Frage hin. Ich gehe ja zu Fuß, aber zuerst muss ich das Auto irgendwo stehen lassen. Ein Bekannter hat mir erzählt, ein leitender Gemeindebeamter vertrete die Behauptung, es sei doch logisch dass jeder Brunecker für das Parken zahle. Logisch, denn viele unserer Führungsspitzen wohnen nicht direkt im Stadtgebiet. Somit ist es in den Augen unserer Verwalter auch logisch , Sondererlaubnisse für „freies Parken immer und überall" für Stadträte und sonstige für das Allgemeinwohl dauernd sich im Einsatz befindliche Personen mit mehr oder weniger nachvollziehbaren wichtigen Aufgaben zu gewähren. Logisch ist auch, dass Arbeitnehmer diese Mehrkosten nicht wie Freischaffende auf den Verkauf ihrer Waren oder Dienstleistungen aufschlagen können. Ich lasse mich von logischen Schlussfolgerungen gerne überzeugen und bin dankbar wenn ich dazulernen kann. Somit habe ich anscheinend gelernt, dass mit dieser Maßnahme die Bürger die Tiefgarage mitfinanzieren sollen, weil diese bisher nicht viel gebracht hat und man das nicht unbedingt allen sagen möchte. Vielleicht machen auch sonstige finanzielle Kraftakte diese Tat notwendig. Auch habe ich gelernt, dass viele Dinge wichtiger sind als eine überlegte und angemessene Tarifpolitik. Geschweige denn eine transparente. Leider bin ich wohl aufgrund meiner Naivität der Meinung, dass auch Gemeindepolitik mehr zu bieten haben sollte als nur kaufen und verkaufen, mieten und vermieten. Und es wird uns vorgegaukelt, dass die Gesamtheit der Stadt touristischen Bedürfnissen gerecht zu werden und jeder jeden „Event" mit zu tragen und mitzubezahlen hat. Man muss sich verkaufen können. Ich habe gelernt, dass viele Bürger jetzt schon verkauft werden – nämlich als blöd.

Klaus Kaneider